Erster Formel 1 Triumph für Massa

Aktualisiert

Erster Formel 1 Triumph für Massa

Felipe Massa hat die erste Pole-Position zu seinem Premieren-Sieg genutzt. Weil sich Michael Schumacher hinter Fernando Alonso mit Platz drei begnügen musste, gabs für Ferrari trotzdem einen Wermutstropfen.

Die Scuderia hatte sich erhofft, dass Schumacher in der Gesamtwertung weitere Punkte auf den Spanier würde gutmachen können. Stattdessen wuchs der Rückstand des Rekord-Weltmeisters um zwei auf zwölf Zähler an.

Die erste Phase des Rennens war ganz nach dem Geschmack von Ferrari verlaufen. Massa behielt die Führung, und Michael Schumacher verteidigte Platz zwei gegen Alonso erfolgreich. Die Strategie der «Roten» wurde dann aber nach 13 der 58 Runden über den Haufen geworfen. Vitantonio Liuzzi war mit dem Toro Rosso nach einem Dreher an einer unübersichtlichen Stelle stehengeblieben, was den Einsatz des Safety-Cars nötig machte.

Massa und Michael Schumacher nutzten wie Alonso den Auftritt des Führungswagens zum ersten Zwischenhalt. Weil beide Ferrari-Fahrer gleichzeitig die Tankstelle ansteuerten, musste der Deutsche hinter seinem Teamkollegen anstehen und sich gedulden, bis er abgefertigt wurde. Das wiederum spielte Alonso in die Hände. Der Spanier, der bereits zehn Sekunden zurückgelegen hatte, nutzte die Gelegenheit, kehrte vor Schumacher auf die Strecke zurück und hielt den Deutschen bis am Schluss in Schach.

Drei Wochen nach Jenson Button in Ungarn hat die Formel 1 mit Massa wieder einen Premierensieger. Der Brasilianer, dem Peter Sauber vor vier Jahren den Einstieg in die Formel 1 ermöglicht hatte, fuhr an der Spitze ungefährdet einen Start-Ziel-Sieg heraus. Bislang hatte es Massa zu vier Podestplätzen gereicht. In dieser Saison war er in den USA und auf dem Hockenheimring Zweiter sowie auf dem Nürburgring und in Frankreich Dritter geworden.

Für Nick Heidfeld, der sich mit Startplatz fünf eine ausgezeichnete Ausgangslage geschaffen hatte, waren die Hoffnungen auf einen weiteren Spitzenplatz schon Sekunden nach dem Start auf den Nullpunkt gesunken. Giancarlo Fisichella im Renault drehte sich und beschädigte neben dem eigenen Auto auch am nachfolgenden BMW-Sauber mit Heidfeld die Frontpartie. Mit dem nicht mehr optimal funktionierenden Wagen blieb dem Gladbacher nur der 14. Rang.

Auch für Robert Kubica im anderen BMW-Sauber verlief das Rennen enttäuschend. Der 12. Platz ist bei Weitem nicht das, was sich der Pole selber und seine Crew nach dem gelungenen Qualifying und Startplatz acht erhofft hatten.

Neben Fisichella und Heidfeld mussten nach dem Zwischenfall in der ersten Runde auch Ralf Schumacher, Speed und Kimi Räikkönen ungeplant früh einen ersten Zwischenstopp einlegen. Der Finne hatte sich beim Überfahren von Trümmerteilen hinten links einen Plattfuss eingefangen. Nach dem Besuch in der Box kam für den Vorjahressieger umgehend das endgültige Aus. Ein Ausritt ins Kiesbeet endete im Reifenstapel.

GP der Türkei

1. Felipa Massa (Br), Ferrari.

2. Fernanado Alonso (Sp), Renault, 5,5 Sekunden zurück.

3. Michael Schuamcher (De), Ferrari, 5,6.

4. Jenson Button (Gb), Honda, 12,3.

5. Pedro de la Rosa (Sp), McLaren-Mercedes, 45,9.

6. Giancarlo Fisichella (It), Renault, 46,5.

7. Ralf Schumacher (De), Toyota, 59,3.

8. Rubens Barrichello (Br), Honda, 60,0.

9. eine Runde zurück: Jarno Trulli (It), Toyota.

10. Mark Webber (Au), Williams-Cosworth.

11. Christian Klien (Ö), Red Bull-Ferrari.

12. Robert Kubica (Pol), BMW-Sauber.

13. Scott Speed (USA), Toro Rosso-Cosworth.

14. zwei Runden zurück: Nick Heidfeld (De), BMW-Sauber.

15. drei Runden zurück: David Coulthard (Gb), Red Bull-Ferrari.

Der WM-Stand nach 14 von 18 Rennen.

Fahrer:

1. Alonso 108.

2. Michael Schumacher 96.

3. Massa 62.

4. Fisichella 52.

5. Räikkönen 49.

6. Button 36.

7. Montoya 26.

8. Barrichello 22.

9. Heidfeld 19.

10. Ralf Schumacher 18. 11. De la Rosa 14. 12. Coulthard 14. 13. Trulli 10. 14. Villeneuve 7. 15. Webber 6. 16. Rosberg 4. 17. Klien 2. 18. Liuzzi 2.

Teams: 1. Renault 160. 2. Ferrari 158. 3. McLaren-Mercedes 89. 4. Honda 58. 5. Toyota 28. 6. BMW-Sauber 26. 7. Red Bull-Ferrari 16. 8. Williams-Cosworth 10. 9. Toro Rosso-Cosworth 1.

Das Rennen im Detail

Nach 46 von 58 Runden

Der WM-Kampf ist im vollen Gang. Alonso rund eine Sekunde vor Schumi auf dem zweiten Rang. Aber der Deutsche macht Druck. Die letzten Runden versprechen Hochspannung. Rund zehn Sekunden vor den beiden Titelaspiranten fährt Felipe Massa dem Sieg entgegen.

1. Felipe Massa

2. Fernando Alonso

3. Michael Schumacher

4. Jenson Button

5. Pedro de la Rosa

6. Giancarlo Fisichella

7. Ralf Schumacher

8. Rubens Barrichello

13. Robert Kubica

16. Nick Heidfeld

u.a. ausgeschieden: Räikkönen, Rosberg, Liuzzi

Nach 36 von 58 Runden

Die Positionen an der Spitze sind verteilt. Massa rund acht Sekunden vor Alonso. Hinter dem Spanier folgt mit weiteren acht Sekunden Rückstand Michael Schumacher. Die BMW-Sauber-Fahrer sind zurückgefallen. Nick Heidfeld fährt chancenlos auf dem letzten Platz und Robert Kubica ist nach dem zweiten Boxenstopp nur noch auf dem 14. Rang. Allerdings müssen die meisten Autos vor dem Polen noch an die Box.

1. Felipe Massa

2. Fernando Alonso

3. Michael Schumacher

4. Jenson Button

5. Pedro de la Rosa

6. Mark Webber

7. Rubens Barrichello

8. Giancarlo Fisichella

14. Robert Kubica

16. Nick Heidfeld

u.a. ausgeschieden: Räikkönen, Rosberg, Liuzzi

Nach 23 von 58 Runden

Während einer Safety Car Phase rückt das Feld wieder zusammen. Ferrari leistet sich dabei einen haarsträubenden Fehler: Beide Piloten werden gleichzeitig an die Box gerufen. Dadurch muss Schumi hinter Massa warten. Alonso im Renault nutzt dies aus und kann seinen ärgsten WM-Gegner überholen. Kubica ist zurückgefallen, da der Pole von BMW-Sauber ebenfalls an der Box war.

1. Felipe Massa

2. Fernando Alonso

3. Michael Schumacher

4. Jenson Button

5. Nico Rosberg

6. Pedro de la Rosa

7. Christian Klien

8. Jarno Trulli

12. Robert Kubica

18. Nick Heidfeld

u.a. ausgeschieden: Räikkönen, Rosberg, Liuzzi

Nach 12 von 58 Runden

Die zwei Ferrari sind vorne Weg. Mit rund zehn Sekunden Rückstand folgt Alonso im Renault. Robert Kubica hält sich sehr gut: Rang 6 für den Polen.

1. Felipe Massa

2. Michael Schumacher + 2,5

3. Fernando Alonso + 9,8

4. Jenson Button +15,1

5. Mark Webber + 30,1

6. Robert Kubica + 32,4

7. Nico Rosberg + 34,8

8. Christian Klien + 37,7

18. Nick Heidfeld

u.a. ausgeschieden: Räikkönen, Liuzzi

Nach 3 von 58 Runden

Nach einem turbulenten Start bleiben die beiden Ferrari vorne. Fisichella drehte sich an vierter Stelle liegend und verlor seinen Frontflügel. Ähnlich erging es Heidfeld, welcher ebenfalls an die Box musste. Am schlimmsten traf es Kimi Räikkönen. Der Finne musste mit einem Reifenschaden bereits aufgeben.

1. Felipe Massa

2. Michael Schumacher

3. Fernando Alonso

4. Jenson Button

5. Mark Webber

6. Nico Rosberg

7. Robert Kubica

8. Christian Klien

19. Nick Heidfeld

u.a. ausgeschieden: Räikkönen

Die Startaufstellung:

1 Felipe Massa (Br), Ferrari.

2 Michael Schumacher (De), Ferrari.

3 Fernando Alonso (Sp), Renault.

4 Giancarlo Fisichella (It), Renault.

5 Nick Heidfeld (De), BMW-Sauber.

6 Jenson Button (Gb), Honda.

7 Kimi Räikkönen (Fi), McLaren-Mercedes.

8 Robert Kubica (Pol), BMW-Sauber.

9 Mark Webber (Au), Williams-Cosworth.

10 Christian Klien (Ö), Red Bull-Ferrari.

11 Pedro de la Rosa (Sp), McLaren-Mercedes.

12 Jarno Trulli (It), Toyota.

13 Rubens Barrichello (Br), Honda.

14 Nico Rosberg (De/Fi), Williams-Cosworth.

15* Ralf Schumacher (De), Toyota.

16 David Coulthard (Gb), Red Bull-Ferrari.

17 Scott Speed (USA), Toro Rosso-Cosworth.

18 Vitantonio Liuzzi (It), Toro Rosso-Cosworth.

19 Tiago Monteiro (Por), Midland-Toyota.

20 Sakon Yamamoto (Jap), Super Aguri-Honda.

21 Takuma Sato (Jap), Super Aguri-Honda.

22* Christijan Albers (Ho), Midland-Toyota.

* = wegen Motorwechsels um zehn Plätze zurückversetzt.

(fox/si)

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