Fabian Frei: Erster Nati-Einsatz nach 1000 Tagen?

Publiziert

Fabian FreiErster Nati-Einsatz nach 1000 Tagen?

Fabian Frei gehört wieder zur Fussball-Nati. Für den 25-jährigen Thurgauer ist das EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen in St. Gallen eine Rückkehr im mehrfachen Sinn.

von
Eva Tedesco

Die Frage, ob er sich über seine Rückkehr in den Schoss der Nationalmannschaft freue, beantwortet Fabian Frei gleich mit einer Aufzählung: «Ja klar, weil es für mich als Ostschweizer ein Heimspiel ist, weil ich eine Zeit lang beim FC St. Gallen gespielt habe und zudem zuletzt nicht für die Nati aufgeboten war.»

Die Freude ist vor dem Spiel gegen Litauen in St. Gallen besonders gross, weil er zuletzt für die Qualifikationsspiele gegen Slowenien (0:1) und San Marino (4:0) nicht nominiert war.

Der Frauenfelder im Dienste des FC Basel kam unter Paulo Sousa nur langsam auf Touren. In bisher 22 Pflichtspielen der Bebbi stand er zwar 17-mal in der Startformation, aber so richtig Fahrt aufgenommen hat er erst in den letzten Wochen. Und ist darum für die Spiele gegen Litauen und Polen wieder in den Kreis der Nationalmannschaft aufgenommen worden.

Frei: «Es ist nicht immer einfach, einmal dabei zu sein und einmal nicht. Natürlich war ich enttäuscht. Ich würde lügen, wenn ich etwas anderes behaupten würde. Jetzt liegt es an mir, mich auch in der Nati aufzudrängen, in den Trainings Leistung zu zeigen, wie mir das im Klub zuletzt nicht schlecht gelungen ist.»

Hochs und Tiefs als ständiger Begleiter

An Ups und Downs in seiner Karriere hat sich Frei gewöhnt. Auch daran, dass er sich immer wieder Fragen der Wertschätzung stellen muss. Liegt es daran, dass Frei trotz langer Laufbahn noch immer beim FCB und «nur» in der Schweiz spielt? «Ich glaube nicht, dass allein ein Ausland-Engagement reicht. Man muss auch bei konkurrenzfähigen Teams spielen und Leistung zeigen», sagt Frei. Das macht der 25-Jährige regelmässig im Europacup und auch auf nationaler Ebene, wo er die Erfahrung aus 298 Spielen (44 Tore/50 Vorlagen) in die Waagschale werfen kann.

«Es hat sicher Momente gegeben, in denen ich mit einem Aufgebot rechnete, aber das ist Fussball und der Trainer entscheidet. Er macht seine Mannschaft und mal ist man dabei und dann wieder nicht. Er wird seine Gründe haben und die hat man als Spieler zu akzeptieren», sagt Frei. An sich gezweifelt habe er nie. «Da gibt es nichts anderes als ‹Gring abe und seckle›, wie man so schön sagt. Ich hoffe, dass ich den Schwung aus Basel mitnehmen und hier einbringen kann.»

Eine Ewigkeit nicht mehr in der Nati

Sein letztes Länderspiel ist am Matchtag gegen Litauen immerhin schon 990 Tage her. Letztmals spielte Fabian Frei am 29. Februar 2012 in einem Testspiel gegen Argentinien (1:3). Seit seinem Debüt im Oktober 2011 kommt er erst auf vier Länderspiele, nur eines davon war ein Pflichtspiel. Oft stand der Name «Frei, Fabian» zwar im Aufgebot, dann blieb ihm aber nur der Platz auf der Bank.

«Angesichts der grossen Konkurrenz im Mittelfeld sind vier Länderspiele gar nicht so schlecht», sagt Frei, macht aber keinen Hehl daraus, dass er diese Statistik gerne ausbauen würde. Die Chancen stehen nach dem Fehlen von Granit Xhaka (verletzt) und dem angeschlagenen Blerim Dzemaili (Leistenprobleme) nicht schlecht – wenn auch nicht unbedingt in der Startelf. Für zahlreichen Support wäre gesorgt, denn der Ostschweizer hat sein Kontingent an Freikarten für Familie und Freunde aufgebraucht.

Deine Meinung