Solothurner Filmtage: Erster «Prix de Soleure» geht an «No More Smoke Signals»
Aktualisiert

Solothurner FilmtageErster «Prix de Soleure» geht an «No More Smoke Signals»

Eine hochkarätig besetzte Jury hat den «Prix de Soleure» Fanny Bräunings Werk «No More Smoke Signals» zuerkannt.

Der Film über das Leben der Menschen im ärmsten Indianerreservat der USA habe «inhaltlich und ästhetisch» überzeugt.

Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, Regisseurin Stina Werenfels und Schriftsteller Peter Stamm lobten in ihrer Würdigung das «Zusammenspiel von Bild, Ton und Montage» im Streifen der Basler Regisseurin.

Der «Prix de Soleure» wurde dieses Jahr von den Filmtagen neu geschaffen und ist mit 60 000 Franken dotiert. Er ist bestimmt für einen Spiel- oder Dokumentarfilm, der durch «ausgeprägten Humanismus» überzeugt.

Geschichte der Lakota Nation

Mit ihrem Dokumentarfilm, der nicht nur die Gegenwart der Lakota Nation im US-Bundesstaat South Dakota schildert, sondern auch die traumatische Geschichte des Stammes, setzte sich Bräuning gegen namhafte Konkurrenten durch.

Nominiert waren etwa auch die Erfolgsfilme «La Forteresse» von Fernand Melgar und «Home» von Ursula Meier. «No More Smoke Signals» konnte bereits am Filmfestival Zürich überzeugen und erhielt dort den Preis als bester Dokumentarfilm.

Doppelte Würdigung für Léa Pool

Das Publikum der Solothurner Filmtage entschied sich bei der Vergabe des «Prix du Public» für Léa Pools Spielfilm «Maman est chez le coiffeur». Der Beitrag der aus Lausanne stammenden Regisseurin handelt von einer Familie, der die Mutter abhanden kommt. Die Preiszeremonie stand am Samstagabend auf dem Programm.

Pool war an den diesjährigen Filmtagen die als Rencontre bezeichnete Retrospektive gewidmet. Dank des mit 20 000 Franken dotierten «Prix du Public» hat sich die weite Anreise für die Regisseurin jetzt gleich doppelt gelohnt. Pool, die in Kanada lebt, war während der Woche der Filmtage in Solothurn.

(sda)

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