Erster Selbstmordanschlag in Israel seit einem Jahr

Aktualisiert

Erster Selbstmordanschlag in Israel seit einem Jahr

Bei einem Selbstmordanschlag hat sich ein Attentäter in der Stadt Dimona in die Luft gesprengt und eine Israelin mit in den Tod gerissen. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Ein zweiter Attentäter wurde erschossen, bevor er seinen Sprengstoffgürtel zünden konnte.

Zu dem Anschlag bekannte sich eine militante Gruppe mit Verbindungen zur Fatah-Partei des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP erklärten die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, sie hätten die «Märtyreraktion» gemeinsam mit der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) ausgeführt. Die Attentäter seien aus dem Westjordanland gekommen.

Al-Aksa-Sprecher Abu Fuad sagte, die beiden Attentäter seien über Ägypten nach Israel gelangt, nachdem der Grenzzaun vom Gazastreifen nach Ägypten am 23. Januar von Mitgliedern der Hamas eingerissen wurde. Damit sei die seit einem Monat geplante Aktion möglich geworden. Die Sicherheitskräfte in Südisrael waren seit der vorübergehenden Öffnung der Sperranlagen in erhöhter Alarmbereitschaft. Es war befürchtet worden, dass militante Palästinenser über die Halbinsel Sinai in die Wüste Negev und damit auch nach Dimona gelangen könnten. Die Stadt mit 37 000 Einwohnern liegt 60 Kilometer nordöstlich von Ägypten.

«Wir hörten eine starke Explosion, und Leute fingen an zu rennen. Ich habe Fleischstücke durch die Luft fliegen sehen», berichtete eine Augenzeugin im Armeerundfunk. Rettungskräfte, Soldaten und Polizisten eilten an den Anschlagsort, ein Einkaufszentrum zehn Kilometer vom Atomreaktor des Landes entfernt.

Der israelische Aussenamtssprecher Arje Mekel sagte, die Terrororganisationen hätten wieder gezeigt, worum es ihnen gehe. «Ihr Ziel war und bleibt die Tötung von israelischen Bürgern.» Israel werde seinen Kampf gegen diesen Terror fortsetzen. Abbas' Büro verurteilte den Anschlag, wies aber eine Beteiligung von Al Aksa zurück. Stattdessen brachte es die Tat mit einem israelischen Angriff im Westjordanland am frühen Montagmorgen in Verbindung, bei dem zwei militante Mitglieder des Islamischen Dschihads getötet wurden.

Mahmud Habbasch, ein Minister in Abbas' Regierung, verurteilte den Anschlag, beschuldigte aber Israel, mit seinen Angriffen auf Extremisten im Gazastreifen eine Atmosphäre der Gewalt zu schaffen. Damit trage Israel Verantwortung für die Eskalation der Lage. In Gaza sagte Hamas-Sprecher Ajman Tahan, er wisse nicht, ob seine Organisation an dem Anschlag beteiligt gewesen sei. Er bezeichnete die Tat jedoch als gerechtfertigt.

Luftangriff im Gazastreifen

Wenige Stunden nach dem Anschlag töteten die israelischen Streitkräfte bei einem Luftangriff im Gazastreifen ein ranghohes Mitglied der Volkswiderstandskomitees. Die Komitees erklärten, ihr Führer im nördlichen Gazastreifen, Abu Said Karmut, sei bei dem Angriff in Beit Lahije ums Leben gekommen. Die Gruppe feuerte in der Vergangenheit hunderte Raketen auf den Süden Israels ab und löste damit immer wieder israelische Gegenangriffe aus.

Zuletzt wurde in Israel am 27. Januar 2007 ein Selbstmordanschlag verübt. Damals tötete der palästinensische Attentäter drei Israelis in einer Bäckerei in Eilat. Zuvor hatte es neun Monate lang keine Selbstmordanschläge gegeben.

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