Berater will/muss gehen: Erster Sex-Skandal schon vor Trumps Amtsantritt
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Berater will/muss gehenErster Sex-Skandal schon vor Trumps Amtsantritt

Jason Miller will nicht mehr Donald Trumps Kommunikationsdirektor werden. Tweets suggerieren, dass dahinter eine Affäre steckt.

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sut
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Am 8. Dezember 2016 konnte sich Donald Trumps KampagnenmitarbeiterJason Miller noch auf einen Job in der neuen US-Regierung freuen.

Am 8. Dezember 2016 konnte sich Donald Trumps KampagnenmitarbeiterJason Miller noch auf einen Job in der neuen US-Regierung freuen.

AFP/Drew Angerer
Am Donnerstag, 22. Dezember 2016, wurde Jason Miller zum künftigen Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses ernannt. (Bild vom 20. November 2016)

Am Donnerstag, 22. Dezember 2016, wurde Jason Miller zum künftigen Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses ernannt. (Bild vom 20. November 2016)

AFP/Drew Angerer
Doch dann wurde seine Untergebene A.J. Delgado auf Twitter aktiv. Ihre Tweets suggerierten, dass es zwischen ihr und Miller eine Affäre gegeben habe. Bild: Delgado spricht an einer Townhall von Fox News über Latina-Frauen.

Doch dann wurde seine Untergebene A.J. Delgado auf Twitter aktiv. Ihre Tweets suggerierten, dass es zwischen ihr und Miller eine Affäre gegeben habe. Bild: Delgado spricht an einer Townhall von Fox News über Latina-Frauen.

Screen Grab Fox News via YouTube

In acht Jahren hat die Regierung von Barack Obama keinen einzigen Sex-Skandal hervorgebracht. Sein Nachfolger Donald Trump hat einen solchen produziert, noch bevor er das Amt als US-Präsident antritt.

Indizien weisen darauf hin, dass der als Kommunikationsmann zur Trump-Kampagne gestossene Jason Miller wegen einer Affäre auf einen hohen Job unter dem kommenden Präsidenten verzichtet. Der bärtige Sprecher war am Donnerstag dazu ausersehen worden, als Direktor Trumps Kommunikationsteam zu leiten. Doch schon zwei Tage später zog er sich zurück.

Mehr Zeit für die Familie...

In einer Mitteilung schrieb Miller an Heiligabend, er habe die vergangene Woche mit seiner Familie verbracht - «die längste Zeit, die ich seit März 2015 mit ihr verbringen konnte». Da sei ihm klar geworden, «dass sie meine oberste Priorität sein muss und dies nicht der Zeitpunkt für mich ist, einen so fordernden Job wie den des Kommunikationsdirektors im Weissen Haus anzutreten». Seine Frau und er freuten sich zudem auf die Ankunft ihres zweiten Kindes im Januar. «Das muss ich vor meine Karriere stellen.»

Wie so oft ist die Rede von der Familie auch bei Miller wahrscheinlich nur vorgeschoben. Dass es sich um eine Affäre handeln könnte, enthüllte die Kampagnenmitarbeiterin A.J. Delgado am Donnerstag auf Twitter. In ihren inzwischen gelöschten Tweets gratulierte Delgado ihrem direkten Vorgesetzten und nannte ihn «Baby Daddy». Dann bezeichnete sie ihn rätselhaft als «Version 2016 von John Edwards» (siehe Box).

Veröffentlichung zwingt zum Handeln

John Edwards hatte als Kandidat der Demokraten an den Primärwahlen von 2008 teilgenommen. Er wurde zum Rücktritt gezwungen, als seine Affäre mit einer Frau namens Rielle Hunter bekannt wurde. Später flog sogar auf, dass er mit ihr ein uneheliches Kind hatte.

In ihren gegen Miller gerichteten Tweets schrieb Delgado weiter: «Wenn man sich ungerührt gibt und zur Ablenkung Blödsinn schreibt, dann sieht der Feed aus wie @JasonMillerDC.» Ihr nächster Kommentar: «Wenn jemand ehrenhaft zurücktreten muss und sich weigert, ist das ein bisschen - spooky.»

Besuch im weltgrössten Striplokal

Die Tweets machen glaubhaft, dass Delgado und Miller zumindest eine Affäre miteinander hatten. Einen weiteren Hinweis darauf lieferte im Oktober eine Meldung auf «Page Six» der «New York Post». Demnach hatten Delgado, Miller und eine Gruppe von Medienleuten vor der letzten TV-Debatte zwischen Trump und Hillary Clinton in Las Vegas den angeblich weltgrössten Strip-Club Sapphire besucht.

Laut Politico war die Affäre zwischen Delgado und Miller oberen Chargen der Trump-Kampagne seit Monaten bekannt. Doch erst Delgados Tweets brachten sie an die Öffentlichkeit, so dass Miller zum Amtsverzicht gezwungen wurde.

Wirbt als Latina für Trump

Delgados Vorgehen passt zu ihrer unerschrockenen Persönlichkeit. Die frühere Kolumnistin der Website medaite.com diente Trump als Vertreterin von Latina-Frauen. Gegenüber dem Fox-Moderator und Trump-Fan Sean Hannity zum Beispiel behauptete sie im August, Amerikas Latinas seien auf der Seite des Republikaners:

(Quelle: YouTube/Fox News)

Jason Miller hatte vor seinem Trump-Engagement als Berater republikanischer Politiker gedient und war bis zum Sommer im Team des texanischen Senators Ted Cruz. Angeblich prüft er jetzt lukrative Angebote in der Privatwirtschaft. Laut «Washington Post» wird Trump-Sprecher Sean Spicer Millers Funktion im Weissen Haus übernehmen.

A.J. Delgados gelöschte Tweets

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