Golf US Masters: Erster südamerikanischer Masters-Sieger
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Golf US MastersErster südamerikanischer Masters-Sieger

Der US-Golfprofi Kenny Perry hätte am 73. US Masters in Augusta mit 48 Jahren und 8 Monaten als ältester Majorturnier- Sieger in die Geschichte eingehen können. Am Schluss versagten ihm die Nerven. Der 39-jährige Argentinier Angel Cabrera profitierte und gewann das Masters als erster Südamerikaner.

Im Stechen zwischen Perry, Cabrera und dem Amerikaner Chad Campbell setzte sich bezeichnenderweise jener Spieler durch, der schon einen Majortitel im Palmares hatte. Cabrera schüttelte am ersten Loch des Dreier-Playoffs (18. Spielbahn) Campbell ab. Am zweiten Loch (10. Spielbahn) reichte ihm erneut ein Par, um sich auch des patzernden Perry zu entledigen.

«Es ist der schönste Tag meines Lebens. Das Masters zu gewinnen ist der Traum jedes Golfers», sagte Cabrera, nachdem ihn Vorjahressieger Trevor Immelman (SA) ins traditonelle grüner Sieger- Jackett gekleidet hatte. Das Preisgeld von 1,35 Millionen Dollar war für ihn in diesem Moment Nebensache. Seit seinem ersten Grand- Slam-Coup am US Open im Juni 2007 hatte er kein Turnier mehr gewonnen. Cabrera, seiner Körperfülle und seines watschelnden Ganges auch «el Pato» (die Ente) genannt, scheint ein Mann für die grossen Turniere zu sein.

Perrys verpasste Chance

Kenny Perry war der Verlierer der Schlussrunde. Nachdem er am 16. Loch beinahe ein Hole-in-one geschlagen hatte und mit einem Birdie der Konkurrenz um zwei und mehr Schläge enteilt war, schien die Sache gelaufen zu sein. Bis dorthin hatte Perry 22 Löcher lang keinen einzigen Schlag eingebüsst. Just am 17. Loch begann er jedoch zu streuen, angesichts des nahenden grössten Triumphs seiner Karriere wurde er augenscheinlich nervös. Zwei Bogeys warfen ihn schliesslich auf die Höhe von Campbell und Cabrera zurück. Perry hätte zuoberst auf der Liste der ältesten Majorturnier-Sieger den mittlerweile verstorbenen Amerikaner Julius Boros ablösen können, der 1968 mit 48 Jahren und 4 Monaten die US PGA Championship gewonnen hatte. Ältester Sieger am US Masters selbst bleibt Jack Nicklaus, der 1986 mit 46 Jahren und 3 Monaten zum sechsten Mal ins grüne Sakko geschlüpft war.

Perry war nie mehr so nahe an einem Grand-Slam-Sieg, seit er 1996 an der US PGA Championship im Stechen gegen seinen Landsmann Mark Brooks verloren hatte. Er tat sich schwer, das neuerliche knappe Scheitern zu verarbeiten: «Ich hatte den Sieg in der Hand. Ich habe es vermasselt.»

Woods schon wieder «dabei»

Protagonisten der Schlussrunde im Augusta National Golf Club waren auch Tiger Woods und Phil Mickelson. Die beiden amerikanischen Erzrivalen bildeten zusammen eine Spielgruppe und schaukelten sich gegenseitig zu Spitzenleistungen hoch. Phasenweise kamen sie sehr nahe an die Spitze heran, bevor sie zuletzt hinter den Japaner Shingo Katayama in den 5. (Mickelson) respektive 6. (Woods) Schlussrang zurückfielen. Woods beendete die Runde wie Perry mit zwei Bogeys.

Tiger Woods bestritt in Augusta erst sein viertes Turnier nach der achtmonatigen Verletzungspause. Mit seinem 15. Grand-Slam- Titel, der ihn bis auf drei Siege an Rekordhalter Jack Nicklaus heranbringen würde, muss er sich noch gedulden. Bei allen 14 grossen Titeln war Woods als Leader oder Co-Leader in den Schlusstag gestartet, als Verfolger hat er noch kein Major gewonnen.

Angel Cabrera könnte heuer wie schon 2007 zu Argentiniens Sportler des Jahres gewählt werden. Er wuchs in Cordoba in ärmlichen Verhältnissen auf, verliess früh die Schule, um seine Familie zu unterstützen, und verdingte sich als Caddie. Der 15 Jahre ältere Eduardo Romero (bekannt auch als zweifacher Sieger in Crans-Montana) kümmerte sich als Mentor, Geldgeber und väterlicher Freund um Cabrera und verhalf ihm zum Einstieg in die Profikarriere.

(si)

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