Schweiz - Lettland: Erster Teil der Wiedergutmachung gefordert
Aktualisiert

Schweiz - LettlandErster Teil der Wiedergutmachung gefordert

Exakt einen Monat nach der historischen Pleite gegen Luxemburg startet die Schweizer Nationalmannschaft heute Abend (17.45 Uhr) in St. Gallen zur Wiedergutmachungs-Tour. Mit 20 Minuten Online sind Sie live dabei!

Hier gehts zum Liveticker:

Schweiz - Lettland

Diverse WM-Quali-Spiele

Gegen Lettland sind eine engagierte Leistung und drei Punkte absolute Pflicht.

Die Blamage gegen den Nobody Luxemburg geisterte die ganze Woche durch das Vorbereitungscamp der Schweizer Mannschaft in Feusisberg. Kein Wunder, es war eine Blamage historischen Ausmasses. Nie zuvor hatte eine Schweizer Mannschaft in einem Ernstkampf zu Hause gegen einen Kontrahenten von so tiefem Niveau verloren. Und noch nie vermochte sich die Schweiz für eine Endrunde zu qualifizieren, nachdem sie aus den ersten beiden Ausscheidungsspielen nur einen Punkt mitgenommen hatte.

Hoffnungsträger Hitzfeld

Die Hoffnung ruht einzig und allein auf Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld. Ihm, und nur ihm ist es zuzutrauen, diese hart kritisierte und entsprechend verunsicherte Mannschaft noch auf WM- Kurs zu bringen. Gemäss Captain Alex Frei hat man «in jeder Qualifikation einen bis zwei Joker in der Hinterhand». Davon habe die Schweiz gegen Luxemburg leider bereits eineinhalb verbraucht. Es bleibt also für die verbleibenden acht Spiele höchstens noch ein halber Joker für einen unerwarteten Punktverlust. Klar ist aber jedem, dass man diesen halben Joker bis zuletzt aufheben will. Gegen Lettland darf nicht der leiseste Zweifel an einem Sieg aufkommen.

«Am Samstag müssen wir unser Publikum mit einem sehr engagierten Einsatz sofort auf unsere Seite holen. Wir müssen die Partie ernsthaft angehen, uns auf das Wesentliche konzentrieren sowie frech und mutig aufspielen. Defensiv gut organisiert wollen wir die drei Punkte holen», sagt Hitzfeld, der mit seiner Mannschaft nur noch etwa 20 Minuten lang über die Luxemburg-Niederlage gesprochen hat. «Das darf man jetzt nicht mehr dramatisieren. Wenn man zehn Mal gegen eine solche Mannschaft spielt, verliert man vielleicht einmal, und das ist nun geschehen. Es sind jetzt aber vier Wochen vorüber. Unsere Konzentration gilt nur noch dem Lettland-Spiel. Auch an Griechenland wollen wir noch nicht denken, das ist noch weit weg.»

$$VIDEO$$

Vier Änderungen wahrscheinlich

Er habe diese Woche gefordert, dass die Trainings hoch konzentriert bestritten würden. «Die Spieler sollten sich gezielt auf die Arbeit konzentrieren, mit Reden kommt man jetzt nicht mehr weiter.» In diesen Trainings war schnell auch ersichtlich, dass Hitzfeld seine Startformation gegenüber dem Luxemburg-Spiel auf vier Positionen verändern will. «Ja, ich habe mein Team bereits im Kopf. Ich will wichtige Entscheidungen rechtzeitig treffen. So habe ich immer gearbeitet. Ich habe nie auf den Super-Traum in der letzten Nacht vor einem Spiel gewartet.»

Huggel für Yakin

Weil Hitzfeld die Defensive stabilisieren will, sind drei Änderungen naheliegend. Für den offensiven Hakan Yakin hinter den Spitzen setzt der Nationalcoach auf Benjamin Huggel als zweiten Aufräumer im zentralen Mittelfeld neben Gökhan Inler. Auch beide Aussenverteidiger werden ausgewechselt: Für Alain Nef, der gar nicht aufgeboten wurde, erhält Lazio-Söldner Stephan Lichtsteiner eine neue Bewährungschance. Auf der linken Seite kommt Christoph Spycher für Ludovic Magnin zum Zug. Der Stammspieler von Eintracht Frankfurt war vor vier Jahren die Schweizer Entdeckung bei der EM in Portugal, er musste danach aber bald Magnin weichen. Weil dem Stuttgarter der Auftritt gegen Luxemburg jedoch gründlich missglückt war und er auch im Verein noch nicht regelmässiger Startspieler ist, erhält nun Spycher von Hitzfeld den längstens verdienten Vorzug.

Behrami zurück im Team

Die letzte Änderung betrifft die rechte Seite im Mittelfeld, wo der gegen Luxemburg verletzt gewesene Valon Behrami ins Team zurückkehrt und Valentin Stocker ersetzt, der wegen seiner Formbaisse von Hitzfeld nicht aufgeboten wurde. Behrami sollte wie Barnetta - beide trainierten am Donnerstag noch leicht angeschlagen - bis heute Abend spielbereit sein.

Im Angriff setzt der Coach erneut auf den Doppelsturm Blaise Nkufo/Alex Frei. Hitzfeld: «Frei hat bei Dortmund in den letzten Wochen mehrere Härtetests bestanden, er wird neben Nkufo beginnen.»

Erst ein Duell gegen Lettland

Hitzfeld erwartet einen Gegner, der beim 2:1 in Moldawien «sehr gut gespielt» und auch gegen Griechenland (0:2) «nicht schlecht ausgesehen» habe. «Wir müssen defensiv sehr wachsam sein und viel Laufarbeit verrichten, um die beiden gefährlichen Stürmer Karlsons und Verpakovskis auszuschalten.» Weil die Letten neben dem früheren GC-Verteidiger Igors Stepanovs noch über andere kopfballstarke Spieler verfügen, müsse man unbedingt unnötige Standards wie Corner und Freistösse verhindern. Die beiden Freistosstreffer der Luxemburger sollten diesbezüglich eigentlich Warnung genug sein.

Lettland, das in der Weltrangliste noch 19 Positionen hinter der Schweiz (45) rangiert und sich 2004 das erste und einzige Mal für eine Endrunde qualifizieren konnte, spielte erst einmal gegen die Schweiz und unterlag am 2. April 1997 auf der Luzerner Allmend in einem Testspiel knapp 0:1. Damals benötigte das Schweizer Team und die 9100 Zuschauer viel Geduld: Adrian Kunz erzielte den Siegestreffer in der 92. Minute. Ein Szenarium, das heute in der ausverkauften (18 026) AFG-Arena mit frühen Toren tunlichst verhindert werden sollte. Luxemburg lässt grüssen.

Schweiz - Lettland

SR Cardoso Cortez Batista (Por).

Die voraussichtlichen Startaufstellungen:

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Djourou, Grichting, Spycher; Behrami, Inler, Huggel, Barnetta; Frei, Nkufo.

Lettland: Vanins (Ventspils); Kazanov (Ventspils), Stepanovs (vereinslos), Gorks (Queens Park Rangers), Zirnis (Liepaja); Solonicins (Liepaja), Laizans (Schinnik Jaroslawl/Russ), Astafjevs (Skonto Riga), Rubins (Inter Baku/Aser); Karlsons (Liepaja), Verpakovskis (Celta Vigo). - ohne Klava (Liepaja/gesperrt).

(si)

Deine Meinung