Zu wenig Zeit: Erster Widerstand gegen Junckers Sommerzeit-Plan
Aktualisiert

Zu wenig ZeitErster Widerstand gegen Junckers Sommerzeit-Plan

Laut dem Plan des EU-Kommissionspräsidenten müssten sich EU-Mitgliedsstaaten bis im April 2019 über die Abschaffung der Zeitumstellung einigen. Das ist zu wenig Zeit, finden die Staaten.

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doz
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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verliert die Zustimmung zu seinem Plan.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verliert die Zustimmung zu seinem Plan.

AP/Vadim Ghirda
Laut diesem soll die Abschaffung der Zeitumstellung in den EU-Ländern bereits im nächsten April stattfinden.

Laut diesem soll die Abschaffung der Zeitumstellung in den EU-Ländern bereits im nächsten April stattfinden.

Keystone/AP/Sebastian Kahnert
Doch was bringt die Sommerzeit eigentlich? Weitere Infos in dieser Bildstrecke.

Doch was bringt die Sommerzeit eigentlich? Weitere Infos in dieser Bildstrecke.

Keystone/Christian Beutler

Der Plan, den EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im September bei seiner Rede zur Lage der Europäischen Union vorgestellt hat, ist ein ambitionierter. Er sieht vor, die Zeitumstellung in der EU bereits im April 2019 abzuschaffen. Bis dahin sollen alle Länder entschieden haben, ob sie bei der Sommerzeit, der Winterzeit oder der Zeitumstellung bleiben wollen.

Nun werden erste Stimmen gegen diesen Plan laut. Es bleibe viel zu wenig Zeit, heisst es. Laut «Politico» sagte ein Diplomat aus einem westeuropäischen Land: «Die Kommission lässt uns ein unfertiges Stück der Gesetzgebung in den Schoss fallen. Sie sagt: Wir haben unseren Job getan, jetzt macht ihr euren.»

Mehr als die Hälfte ist dagegen

Laut Junckers Zeitplan müssten die EU-Länder Brüssel bis zum 31. März 2019 über ihre Absichten informieren. Dies lässt aber nur wenig Zeit für nationale und internationale Beratungen. Schliesslich muss die Frage nicht nur im eigenen Land abgeklärt, sondern auch mit den Nachbarländern abgesprochen werden. Zwischen den Ländern gibt es aber grosse Diskrepanzen. So wollen beispielsweise Portugal, Zypern und Polen die Sommerzeit beibehalten, während Finnland, Dänemark und die Niederlande die ewige Winterzeit wünschen. Bisher hat sich einzig Griechenland dafür ausgesprochen, die halbjährliche Zeitumstellung beizubehalten.

Insgesamt haben sich 16 Länder – also mehr als die Hälfte aller Mitgliedsstaaten – gegen Junkers Zeitplan ausgesprochen. Weitere Gespräche diesbezüglich werden am nächsten Montag und erneut Ende Oktober geführt.

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