Überlastetes Contact Tracing : Zürcher Club schliesst freiwillig seine Türen

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Überlastetes Contact Tracing Zürcher Club schliesst freiwillig seine Türen

Der Zürcher Club Zukunft hat vorübergehend geschlossen. Der Grund ist das überlastete Contact Tracing, wie die Club-Verantwortlichen auf Facebook schreiben.

von
Monira Djurdjevic
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Der Zürcher Club Zukunft blieb am Samstagabend zu. 

Der Zürcher Club Zukunft blieb am Samstagabend zu.

Nico Schaerer
«Die Virusübertragungen nehmen wieder Verläufe an, die offensichtlich nicht mehr nachvollziehbar sind», heisst es in einem Facebook-Post am Samstagnachmittag. Weiter steht: «Uns wurden Umstände im Zusammenhang mit Gästen bekannt, welche zum Teil eine Woche alt und noch nicht einmal beim Contact-Tracing-Team angekommen sind.»

«Die Virusübertragungen nehmen wieder Verläufe an, die offensichtlich nicht mehr nachvollziehbar sind», heisst es in einem Facebook-Post am Samstagnachmittag. Weiter steht: «Uns wurden Umstände im Zusammenhang mit Gästen bekannt, welche zum Teil eine Woche alt und noch nicht einmal beim Contact-Tracing-Team angekommen sind.»

Nico Schaerer
Das führe dazu, «dass unzählige Leute unterwegs sind, die eigentlich zu Hause bleiben müssten, aber nichts davon wissen». Man habe sich deshalb dazu entschlossen, die Türen vorerst zu schliessen. 

Das führe dazu, «dass unzählige Leute unterwegs sind, die eigentlich zu Hause bleiben müssten, aber nichts davon wissen». Man habe sich deshalb dazu entschlossen, die Türen vorerst zu schliessen.

Nico Schaerer

Darum gehts

  • In Zürich hat der Club Zukunft seinen Betrieb freiwillig eingestellt.
  • Als Grund wird das überlastete Contact Tracing genannt.
  • Wie lang der Club Zukunft geschlossen bleibt, ist noch unklar.

Am Samstagabend blieb der Zürcher Club Zukunft zu. Das haben die Club-Verantwortlichen am Samstagnachmittag auf Facebook mitgeteilt. «Die Virusübertragungen nehmen wieder Verläufe an, die offensichtlich nicht mehr nachvollziehbar sind», heisst es in einem Facebook-Post. Weiter steht: «Uns wurden Umstände im Zusammenhang mit Gästen bekannt, welche zum Teil eine Woche alt und noch nicht einmal beim Contact Tracing-Team angekommen sind.»

Das führe dazu, «dass unzählige Leute unterwegs sind, die eigentlich zu Hause bleiben müssten, aber nichts davon wissen». Man habe sich deshalb dazu entschlossen, die Türen vorerst zu schliessen.

«Es bestanden verschiedene Anzeichen, dass sich über unseren Betrieb ein Cluster entwickeln könnte, das die aktuelle Lawine noch verstärkt», sagt Dominik Müller, Mitinhaber der Zukunft, auf Anfrage. «Sollten die gesetzliche Möglichkeit zum Öffnen sowie die Erkenntnis bestehen, dass das Contact Tracing im Kanton Zürich wieder aufrecht ist, werden wir nächste Woche weitermachen.»

Auf Facebook erhält der Club für seine Entscheidung viel Zuspruch. So schreibt ein User: «Vollen Respekt für diese Entscheidung – alles richtig gemacht.» Und ein anderer meint: «Krass, dass die Privatwirtschaft handeln und weitere Opfer bringen muss, nur weil Kanton und Bund das Contact Tracing nicht auf die Reihe kriegen.»

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklärte Müller, dass von einer Gruppe mit ungefähr sechs bis acht Leuten, die am 3. Oktober seinen Club besucht habe, fast alle positiv auf Corona getestet wurden. Das habe man über Umwege erfahren. Zudem habe man mitbekommen, dass die Personen, mit denen die Gruppe in Kontakt gewesen war, bisher nicht von den Tracern alarmiert wurden. «Auch wir vom Club wurden nicht von der Behörde kontaktiert und um die Gästeliste gebeten – und das nach über einer Woche.»

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