Zürich: Erstes Gay-Bordell schon zu
Aktualisiert

ZürichErstes Gay-Bordell schon zu

Nur drei Monate nach der Eröffnung ist im Golden Gay bereits Schluss mit Escortservice. Der Saunaclub bleibt aber – mit immer tieferen Eintrittspreisen.

von
Roman Hodel
Im Golden Gay sollen sich die Gäste nur noch untereinander vergnügen.

Im Golden Gay sollen sich die Gäste nur noch untereinander vergnügen.

Das erste behördlich bewilligte Schwulenbordell der Schweiz ist Geschichte: Golden Gay Spa & Wellness im Zürcher Binz-Quartier bietet nur drei Monate nach der Eröffnung keine Boys mehr gegen Entgelt – man beschränkt sich auf den Saunaclub, wo sich die Gäste untereinander vergnügen. «Viele Besucher fühlten sich gehemmt, unser Haus zu betreten, weil auch Escortservice angeboten wurde – wir haben deshalb den Betrieb dieser Abteilung eingestellt», schreibt Golden Gay auf seiner Homepage. Aber nicht nur das Bordell ist weg, auch die Preise sind am Purzeln: Anfangs kostete der Eintritt ohne Escort, aber mit alkoholischen Getränken 99 Franken. Später waren es 49 Franken. Jetzt im Mai sind es noch 25 Franken – jedoch nur mit Softgetränken.

«Offenbar geht das Konzept von Golden Gay nicht auf, sonst müsste man nicht ständig die Preise anpassen», vermutet Hanspeter Steger, Vizepräsident des Vereins Gaybetriebe und selber Saunabetreiber. Dass im Golden Gay nicht gerade viel los ist, bestätigt Besucher Gregor*: «Kein Wunder, der Club ist zwar schön, doch die Saunas sind zu klein und daher nicht benutzergerecht.» Auch Peter* sagt: «Alles ist edel und sauber – es hat allerdings zu wenig Leute, da gehe ich lieber in eine schmuddelige Gay-Sauna, wo es dafür richtig abgeht.» Der Golden-Gay-Betreiber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

* Namen geändert

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