Sex-Revolution im Libanon: Erstes Sex-Magazin ist ein Erfolg
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Sex-Revolution im LibanonErstes Sex-Magazin ist ein Erfolg

Als die Sex-Zeitschrift «Dschasad» vor drei Monaten zum ersten Mal erschien, protestierten Frauenorganisationen und islamische Gruppierungen dagegen. Inzwischen ist das Magazin nicht mehr vom libanesischen Lesermarkt wegzudenken.

Die Erstausgabe von «Dschasad» (zu deutsch «Körper») erschien im Dezember 2008. Die Artikel befassten sich mit den sexuellen Misshandlungen bei Männern und Frauen, Transsexualität und das indische Liebeswerk «Kamasutra». In der Rubrik «Mein erstes Mal» erzählten Prominente über ihre sexuelle Erfahrungen.

Auf die Beine gestellt von der Schriftstellerin Dschumana Haddad, war das Projekt von Anfang an sehr kontrovers – Frauenorganisationen und islamische Gläubige gingen auf die Barrikaden. Es waren nicht nur die Tabuthemen, die das Magazin behandelte, sondern auch die eindeutigen Illustrationen zu den Texten, die für rote Köpfe sorgten.

Ein Riesenerfolg

Trotz Drohungen - von Schlägen bis zum Mord - liess Haddad nicht locker. Pseudonyme der Autoren erlaubt die Herausgeberin nicht: Alle Verfasser von Texten schreiben unter ihrem vollen Namen. Sie stammen nicht nur aus dem Libanon, sondern auch aus Ägypten, Jordanien, Marokko, Syrien, Saudi-Arabien und den Palästinensergebieten - ein bunter Querschnitt durch die muslimisch dominierte Welt.

Nun scheint es, als habe Haddad einen riesigen Erfolg: Die Verkaufszahlen im Libanon sind durchaus positiv. «Wir, besonders wir Frauen, müssen damit aufhören, unsere Körper wie etwas zu behandeln, für das wir uns schämen müssten», sagt sie. Es gebe so viele Probleme, da müsse nicht auch noch die ständige Verhüllung des Körpers hinzukommen.

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