28.02.2015 17:21

Süsse EntdeckungErstes Wollnashorn-Baby im ewigen Eis entdeckt

Die Forscher sprechen von einem Sensationsfund. Erstmals wurde im ewigen Eis Sibiriens ein Wollnashorn-Baby entdeckt.

von
jcg
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Erstmals wurde ein Wollnashorn-Baby im ewigen Eis entdeckt.

Erstmals wurde ein Wollnashorn-Baby im ewigen Eis entdeckt.

Das Tier war bei seinem Tod etwa 18 Monate alt.

Das Tier war bei seinem Tod etwa 18 Monate alt.

Academy of Sciences Republic of Sakha
Der Schädel ist gut erhalten. Zu sehen sind die Nasenlöcher (links) und darüber die Hörner. Auch ein Auge und ein Ohr sind erkennbar.

Der Schädel ist gut erhalten. Zu sehen sind die Nasenlöcher (links) und darüber die Hörner. Auch ein Auge und ein Ohr sind erkennbar.

Academy of Sciences Republic of Sakha

Zuerst glaubten Alexander Banderow und Semen Iwanow, am Ufer des Flusses Semjuljach in Sibirien die gefrorenen Überreste eines Rentiers gefunden zu haben. Doch bei genauerem Hinsehen erkannten sie, dass der Kadaver viel älter sein musste. «Wir sahen ein Horn auf seinem Oberkiefer und merkten, dass es sich um ein Nashorn handelt. Der Teil, der aus dem Eis ragte, war von wilden Tieren gefressen worden, aber der Rest war im Permafrost perfekt konserviert worden», sagte Banderow gegenüber der «Siberian Times». «Wir haben sofort die Mammutabteilung der Akademie der Wissenschaften von Yakutien verständigt.»

Noch ist nicht klar, wie alt das Sascha getaufte Junge bei seinem Tod war, aber Wissenschaftler schätzen es auf etwa 18 Monate. Es dürfte rund 10'000 Jahre im ewigen Eis gelegen haben. Die Wolle des Tieres ist gut erhalten und ein Ohr, ein Auge, die Nasenlöcher und der Mund sind deutlich zu sehen. Auch die Überreste von zwei Hörnern sind vorhanden.

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«Einzigartig»

Der im letzten September entdeckte Kadaver wurde am Mittwoch offiziell der Akademie der Wissenschaften von Yakutien übergeben. Albert Protopopow von der Mammutabteilung sagte: «Der Fund ist absolut einzigartig. Wir können die bisher gefundenen erwachsenen Wollnashörner an den Fingern einer Hand abzählen. Aber ein Rhino-Baby wurde noch nie gefunden.»

Im Gegensatz zu den Mammuts weiss die Forschung über Wollnashörner kaum etwas – und über ihre Jungen gar nichts. «Bisher hatten wir nicht einmal einen Zahn eines Babynashorns. Und jetzt haben wir einen ganzen Schädel mit gut erhaltenem Gewebe und Zähnen», erklärte Protopopow. Die Wissenschaftler hoffen nun, aus Saschas Überresten mehr über die Lebensweise und das Heranwachsen der Tiere erfahren zu können. Zudem wollen sie DNA extrahieren und herausfinden, welche der heute lebenden Arten am nächsten verwandt sind.

Das Wollnashorn kam im Pleistozän (2,5 Millionen bis ca. 10'000 Jahre v. Chr.) in ganz Europa und Nordasien vor. Die Art überlebte die letzte Eiszeit und wurde von den frühen Menschen gejagt, was ihr Aussterben beschleunigt haben dürfte.

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