Psychologie: Erstgeborene sind konservativ und dominant
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PsychologieErstgeborene sind konservativ und dominant

Ob Nesthäkchen oder Erstgeborener — an welcher Position in der Geschwisterfolge man geboren wird, beeinflusst unsere Persönlichkeit.

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Erstgeborene haben häufig das Sagen.

Erstgeborene haben häufig das Sagen.

Dominant und konservativ: Wer diese Wesenszüge an sich entdeckt, der könnte sie seiner Position in der Geschwisterfolge verdanken. Darauf deuten zumindest einige psychologische Studien hin. Demnach tendieren Nesthäkchen dazu, ihre Ziele mithilfe von Charme und sozialen Talenten zu erreichen. Sie sind zudem offener für neue Erfahrungen als erstgeborene Kinder. Diese neigen hingegen dazu, dominanter und zielgerichteter zu sein.

Weil andere Studien zu anderen Ergebnissen kommen, haben Forscher von der katholischen Universität Mailand einen neuen Versuch gestartet. An ihrer Arbeit beteiligten sich 96 italienische Familien mit insgesamt 384 Mitgliedern. Mithilfe eines Fragebogens befragte das Team um Daniela Barni zunächst die Eltern, dann die Erst- und Zweitgeborenen zu ihrem Umgang mit Veränderungen, Ordnung, Tradition und anderen Aspekten, die auf Wertvorstellungen schliessen lassen.

Es gilt nicht, den Eltern nachzueifern

Ergebnis: Im Schnitt zeigten die Erstgeborenen konservativere Wertvorstellungen als ihre später geborenen Brüder und Schwestern. Dies, weil sie die ungeteilte Aufmerksamkeit und Fürsorge ihrer Eltern erlebt hätten, so Barni zu «Livescience». «Sie sind stärker und intellektuell weiter entwickelt als ihre Geschwister, sie haben daher eine dominantere Position.» Daher neigten sie dazu, ihren Statusvorteil zu sichern — beispielsweise, indem sie eine konservativere Haltung einnehmen, die ihnen dabei hilft.

Wie konservativ die Eltern waren, spielte dabei keine Rolle, wie die Forscher im Fachjournal «Personality and Individual Differences» berichten, das demnächst erscheint. Demnach ginge es den ältesten Kindern nicht darum, sich ihren Eltern anzupassen.

Weil bei der Bildung der Persönlichkeit auch andere Faktoren eine Rolle spielen, sind gemäss Barni noch weitere Studien nötig, um herauszufinden, wie gross der Einfluss der Geschwisterfolge tatsächlich ist.

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