Zürich: Erstmals fertigt Roboter Holzdach von ETH-Labor
Publiziert

ZürichErstmals fertigt Roboter Holzdach von ETH-Labor

Die ETH Zürich hat am Donnerstag ihr neues Gebäude Arch_Tech_Lab vorgestellt. Aussergewöhnlich daran: Das Dach hat ein Roboter gebaut.

von
jen

Matthias Kohler, Initiant des Roboter-Projekts, erklärt die Entstehung und den Zweck des Roboters. (Video: jen)

Smartphones, drahtlose Kopfhörer und Roboter: Unser Alltag ist mehr und mehr von neuen Technologieformen durchdrungen. Nun soll die Digitalisierung auch in der Architektur vorangetrieben werden. Das Institut für Technologien in der Architektur der ETH Zürich baute deshalb für sich selber ein neues Gebäude namens Arch_Tech_Lab. Es steht auf dem Dach eines bestehenden Parkings des Campus Hönggerberg.

«Mit diesem Projekt haben wir digitale Forschungsaspekte in einem Gebäude umsetzen können», sagt Matthias Kohler, Professor für Architektur und digitale Fabrikation an der ETH Zürich. Damit meint er, dass beispielsweise das Holzdach von einem Roboter geplant und gebaut wurde. Dieser erinnert an zwei lange Arme, die von der Decke herunterhängen.

Roboter plant und baut das Holzdach allein

Die ETH Zürich stellte am Donnerstag ihr neues Gebäude Arch_Tech_Lab vor. Das aussergewöhnliche daran: Das Dach wurde komplett von einem Roboter gebaut.

Der Roboter in voller Action, kommentiert von Mathias Kohler. (Video: jen)

Laut Kohler hat sich der Roboter in einer Vorfabrikationshalle selbstständig Holzplatten geschnappt, sie auf dem Boden in Schichten ausgelegt, zu einem Träger aufgebaut, dann gedreht und zu einem Dach zusammengefügt. 168 Träger aus 5000 Holzlatten wurden so zu einem 2300 Quadratmeter grossen Holzdach verarbeitet.

Dennoch: Ganz auf menschliche Hilfe konnte man beim Bau des Daches nicht verzichten. Arbeiter ergänzten die Holzkonstruktion unter anderem mit Folien, transportierten sie per Camion an den effektiven Standort und positionierten sie mit einem Kran.

«Es ist Zeit für einen Wandel»

Das Ziel dieses Pilotprojekts sei es, Roboter künftig in der Vorfabrikation und auf Baustellen einsetzen zu können.: «Es ist Zeit für einen Wandel», sagt Kohler.

Die Architektur habe bisher zu wenig von der Digitalisierung profitiert, findet Kohler: «Wir bauen noch weitgehend wie vor einem Jahrhundert. Die Bauprodukte haben sich zwar verändert, die Prozesse wie man baut aber nicht.»

Deine Meinung