Ära der «Big 4» endet - Erstmals seit 22 Jahren gibt es einen neuen Eishockey-Meister
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Ära der «Big 4» endetErstmals seit 22 Jahren gibt es einen neuen Eishockey-Meister

Nach dem Ausscheiden der ZSC Lions im Playoff-Halbfinal wird erstmals seit 22 Jahren keiner der vier üblichen Clubs Eishockey-Meister.

von
Erik Hasselberg
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Endstation Halbfinal: Die ZSC Lions unterliegen Genf-Servette.

Endstation Halbfinal: Die ZSC Lions unterliegen Genf-Servette.

Bastien Gallay/freshfocus
Seit 1999 gewannen die Zürcher sechsmal die Meisterschaft.

Seit 1999 gewannen die Zürcher sechsmal die Meisterschaft.

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Auch der SCB, der im Viertelfinal ausschied, war seit 1999 sechsmal Schweizer Meister.

Auch der SCB, der im Viertelfinal ausschied, war seit 1999 sechsmal Schweizer Meister.

Marc Schumacher/freshfocus

Darum gehts

  • Noch ist nicht klar, auf wen Genf-Servette im Playoff-Final trifft.

  • Fest steht allerdings, dass erstmals seit 1998 der Meister nicht aus Bern, Zürich, Davos oder Lugano kommt.

  • Die vier Clubs machten zuletzt 21 Titel unter sich aus. Diese Ära ist vorerst vorbei.

ZSC Lions, SC Bern, HC Davos, HC Lugano: alle vier Clubs haben in diesem Jahr den Playoff-Final nicht erreicht. Das Ausscheiden der Zürcher im Halbfinal gegen Genf-Servette am Donnerstag bedeutete das Ende einer 21-jährigen Zeitspanne. Denn seit 1999 wurde stets einer dieser vier Clubs Meister. 1998 gewann letztmals ein anderer Club die Meisterschaft. Es war dies der EV Zug, der gegen die Rapperswil-Jona Lakers nur einen Sieg vom Finaleinzug entfernt ist. Ein Blick zurück darauf, wie der ZSC, SCB, HCD und HCL zwei Jahrzehnte prägten.

HC Lugano – 3x Meister

Die Tessiner konnten sich in der Ära der «Big Four» nur dreimal den Meistertitel holen und damit am wenigsten der vier Clubs. Sie triumphierten 1999, 2003 und 2006. In Erinnerung geblieben ist dabei vor allem der letzte Triumph, als die Bianconeri im Derby in der Viertelfinalserie 0:2 zurücklagen, woraufhin Cheftrainer Larry Huras seine Koffer packen musste. Der Deutsch-Kanadier Harold Kreis übernahm und führte die Mannschaft um das kongeniale Stürmer-Trio Glen Metropolit, Jason York und Ville Peltonen zum Finalsieg über den HC Davos.

ZSC Lions – 6x Meister

Kreis wurde zwei Jahre später nochmals Schweizer Meister. Dieses Mal mit den ZSC Lions. Auch mit den Zürchern bewies er, eine Serie drehen zu können, lag der ZSC doch im Final gegen Genf-Servette 0:2 zurück, ehe die grosse Wende erfolgte. Eine Wende mussten die Löwen auch 2012 bewerkstelligen, als sie gegen den SC Bern in der Finalserie mit 1:3 und dem Rücken zur Wand standen. Doch sie erzwangen ein siebtes Spiel, in dem Steve McCarthy 2,5 Sekunden vor Schluss den 2:1-Siegtreffer erzielte. Meistertrainer und Bandengeneral Bob Hartley verliess daraufhin die Organisation in Richtung NHL. Im Gedächtnis der ZSC-Organisation sind derweil vor allem noch die Meisterschaften nach der Jahrtausendwende 2000 und 2001, als man im alten Hallenstadion jeweils Lugano bezwang. Die letzten Siege datieren in die Jahre 2014 (gegen Kloten) und 2018 (gegen Lugano).

HC Davos – 6x Meister

Denkt man an die Meisterschaftstriumphe der Bündner, denkt man zweifelsohne auch an den Mann, der für die erfolgreichen Jahre des HC Davos wie kein anderer steht: Arno Del Curto. Über 22 Jahre lang stand er hinter der Bande und führte den HCD zu sechs Meisterschaften (2002, 2005, 2007, 2009, 2011, 2015), wurde dreimal Vizemeister und siegte dreimal beim Spengler Cup. Aber auch Spieler wie Andres Ambühl, Reto von Arx oder Beat Forster sind mit den Erfolgen der Bündner eng verbunden.

SC Bern – 6x Meister

Die Berner sind der letzte und seit einigen Tagen entthronte Meister. Sie gewannen 2019 die letzte Meisterschaft – 2020 wurde die Saison aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen – gegen den EV Zug und untermauerten damit ihre Vormachtstellung der späten 2010er Jahre. Erstmals seit 2001 und den ZSC Lions war es dem SCB 2017 nämlich gelungen, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Zuletzt machte der Club jedoch mit weniger erfreuliche Schlagzeilen. Nachdem der Club in dieser Spielzeit nach 14 Spieltagen einen neuen Trainer suchen musste und nur fünf Spiele gewonnen hatte, rettete sich der Club via Pre-Playoff zwar in den Viertelfinal, schied dort aber aus. Und erst vor wenigen Tagen wurde Sportchefin Florence Schelling nach nur einem Jahr im Amt entlassen.

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