Aktualisiert 18.07.2012 12:48

Hoffen auf TouristenErstmals wieder Badespass in Fukushima

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wurden in der Region alle Badestrände geschlossen. Jetzt haben Behörden den ersten Strand wieder geöffnet. Sie halten die Strahlung im Wasser für ungefährlich.

von
ske
Am Nakoso-Strand in Iwaki wird über ein Jahr nach der Atomkatastrophe wieder gelacht und gebadet.

Am Nakoso-Strand in Iwaki wird über ein Jahr nach der Atomkatastrophe wieder gelacht und gebadet.

Nach der Havarie des Atomkraftwerkes in Fukushima versuchten Techniker verzweifelt, die Reaktoren mit Meerwasser zu kühlen, um eine Kernschmelze zu verhindern. Immer wieder hiess es, radioaktives Material sei in den Pazifik geflossen. Angenehm klingt das nicht. Nach Badespass sowieso nicht. Doch genau den soll es in der Region wieder geben.

Früher waren die Strandorte um Fukushima ein beliebtes Ferienziel gewesen. Doch nach dem Unglück am 11. März 2011 wurden alle Strände in der Katastrophenregion geschlossen. Der Narkoso-Strand in Iwaki liegt 65 Kilometer südlich des Atomkraftwerks von Fukushima – am Montag wurde er als erster Strand geöffnet. Und es dauerte nicht lange, bis sich wieder Familien, Kinder und Jugendliche im Wasser tummelten.

Einziger Strand vorerst

Laut den regionalen Behörden sei der Badespass ungefährlich. Die Konzentration der radioaktiven Strahlung im Meerwasser liege unter einem Becquerel pro Liter, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Auch in der Luft soll die Strahlung laut Behörden keine Gefahr darstellen. Der Strand in Iwaki soll aber vorerst der einzige Strand bleiben, der diesen Sommer geöffnet wird. 16 weitere Strände bleiben laut der Zeitung «Yomiuri Shimbun» weiterhin geschlossen, da dort noch Strandgut weggeräumt werden müsse und Rettungswege noch nicht gesichert seien.

Anwohner reagierten mit gemischten Gefühlen auf die Wiedereröffnung. «Baden ist eine Sommerattraktion in Iwaki. Ich hoffe, es kommen viele Besucher», sagte Mikio Inada und fügte hinzu: «Aber ich fürchte den Schaden, den Gerüchte über Radioaktivität auslösen könnten. Wenn nicht alle Strände geöffnet werden, können wir das nicht als richtigen Wiederaufbau bezeichnen.»

Die Behörden hoffen trotzdem, dass die Touristen wieder von überallher an den Strand reisen werden. Vor der Katastrophe besuchten jährlich über eine Million Urlauber die Strände in der Region.

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