Ertränkten Polizisten einen Verdächtigen in Fluss?
Aktualisiert

Ertränkten Polizisten einen Verdächtigen in Fluss?

Nach dem rätselhaften Tod eines 33-jährigen Tunesiers sind in Frankreich drei Polizisten in Gewahrsam genommen worden.

Wie aus Polizeikreisen verlautete, wurde am Dienstag aus einem Kanal in Nantes die Leiche eines Mannes «nordafrikanischen Typs» geborgen. Bei dem Toten handelte es sich um den seit fast drei Wochen verschwundenen Taoufik Amri.

Der Arbeiter aus Orne war kurz vor seinem Verschwinden in der Nacht zum 23. November von Polizisten kontrolliert worden. Tunesien hatte von Frankreich Informationen zu seinem Verbleib angefordert.

Nach den Angaben aus Polizeikreisen ergab die Autopsie Ertrinken als Todesursache. Es seien zudem keine Spuren von Schlägen oder anderer Gewaltanwendung an dem Leichnam gefunden worden, verlautete aus Polizeikreisen. Der Tote sei anhand seines Handys identifiziert worden, das bei der Leiche gefunden wurde.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen die drei Polizisten auf, die Amri kurz vor seinem Verschwinden vorübergehend festgenommen hatten. Die Beamten hatten die Identität des Tunesiers und zwei seiner Bekannten überprüft, nachdem diese angetrunken aus einer Bar gekommen waren.

Den internen Ermittlungen zufolge sind die Aussagen der Polizisten über den genauen Ort und Ablauf der Kontrolle jedoch widersprüchlich. Auch hätten die Beamten über Amris angebliche Trunkenheit unterschiedliche Angaben gemacht.

Zeugen hätten allerdings beobachtet, wie Amri nach der Überprüfung den Kastenwagen der Polizei verliess. Demnach liesse bislang nichts auf eine Misshandlung des Tunesiers schliessen. Die Beamten wurden am Dienstag zu den Widersprüchen in ihren Aussagen vernommen.

(sda)

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