Grömitz (D) - Erwachsene fangen Schweinswal, Kinder streicheln ihn zu Tode
Aktualisiert

Grömitz (D)Erwachsene fangen Schweinswal, Kinder streicheln ihn zu Tode

Der Schweinswal gehört zu den geschützten und gefährdeten Tieren. Einem Wal in der Ostsee nützte das wenig: Kinder umarmten ihn so lange, bis er tot war.

von
Marcel Urech

Dieses Video wurde der Lübecker Polizei zugespielt: Es zeigt wie ein Besucher den Schweinswal festhält und streichelt.

Polizei Lübeck 

Darum gehts

  • 20 Kinder hielten einen Schweinswal im Wasser fest und verursachten wohl seinen Tod.

  • Zuvor kesselten Erwachsene den Wal ein, um ihn über Wasser zu halten.

  • Nun ermitteln die Wasserschutzpolizeistation Fehmarn und die Lübecker Staatsanwaltschaft.

Erwachsene haben einen Schweinswal, im Badegebiet von Grömitz, eingekesselt und gefangen, um ihn an der Wasseroberfläche zu halten. Sie riefen über 20 Kinder ins Wasser, die den Wal festhielten, umarmten und streichelten. Laut Zeugen war das Tier zunächst noch agil, dann schwächelte es aber und verendete.

Der in Ostholstein tätige Seehundjäger habe das am 9. Juli zur Mittagszeit erfahren, teilt die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Lübeck mit. Er habe sofort einen Transport des Tieres zum Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) nach Büsum veranlasst. Der Wal habe Herz- und Lungenwürmer gehabt. Die Ärztin konnte trotzdem nicht ausschliessen, dass der Wal aufgrund des Kontaktes zu den Menschen verendete.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

«Das Tier erleidet in solchen Situationen massiven Stress», sagt die zuständige Staatsanwältin Ulla Hingst gegenüber «Bild». «Schon das Fangen einer streng geschützten Art ist daher strafbar.»

Die Wasserschutzpolizeistation Fehmarn und die Lübecker Staatsanwaltschaft leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Straftat nach Artikel 71 des deutschen Bundesnaturschutzgesetzes ein. Diese Vorschrift stellt es unter anderem unter Strafe, wildlebenden Tieren der streng geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Vorsätzliches Handeln kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Auch wer fahrlässig handelt, kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe erhalten.

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Kinder hielten diesen Wal fest und streichelten ihn in den Tod.

Kinder hielten diesen Wal fest und streichelten ihn in den Tod.

Polizeidirektion Lübeck

Der in Ostholstein tätige Seehundjäger reagierte schnell und organisierte einen Transport des Tieres zum Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum – doch jede Hilfe kam zu spät.


Der in Ostholstein tätige Seehundjäger reagierte schnell und organisierte einen Transport des Tieres zum Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum – doch jede Hilfe kam zu spät.

Polizeidirektion Lübeck

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