Aktualisiert 29.06.2011 11:29

RauschtrinkenErwachsene saufen sich oft ins Koma

Ein Bericht der Stadt Bern zeigt: Die Sanität musste 2010 vermehrt wegen «blauen» Erwachsenen ausrücken.

von
Sophie Reinhardt
Problem Rauschtrinken. (key)

Problem Rauschtrinken. (key)

Der Jahresbericht Sucht 2010/11 der Stadt Bern bringt es ans Licht: Die Zahl der Minder­jährigen, die von der Sanitäts­polizei wegen zu viel Alkohol eingeliefert wurden, hat 2010 leicht abgenommen – Erwachsene wurden dagegen häufiger behandelt.

«Wir haben die Zunahme gespürt», sagt Thomas Rohrbach von der Sanitätspolizei Bern. Oft seien persönliche Probleme Auslöser für die Alkoholräusche Erwachsener. Nicht zu unterschätzen seien zudem ältere Frauen, um die sich Rohrbach und seine Kollegen immer wieder kümmern müssten. «Sie haben keine Lebensaufgabe mehr und bleiben dann am ­Alkohol hängen.» Die Lebensretter würden in den wenigsten Fällen mit Freude begrüsst. «Es kommt immer wieder vor, dass die Patienten renitent werden und zum Schutz der Sanitäter die Polizei gerufen werden muss», so Rohrbach. Die Pöbler schlafen ihren Rausch dann in einer Zelle aus.

Sonst hat sich in der Stadt Bern im Suchtbereich in den letzten Jahren offenbar wenig verändert. So blieb laut Bericht die Zahl der trinkenden, rauchenden und kiffenden 15-Jährigen in den letzten vier Jahren etwa gleich. In der offenen Drogenszene hat sich die Zahl der Suchtkranken, die sich im öffentlichen Raum aufhalten, laut Kapo stabil bei 30 bis 50 Personen eingependelt.

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