Aktualisiert

Leserumfrage zeigtErwachsensein ist eine Frage der Einstellung

Sie sind ledig, kinderlos und wohnen häufig noch bei den Eltern. Trotzdem bezeichnet sich die Mehrheit der Umfrageteilnehmer als erwachsen.

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«Was verstehen Sie unter erwachsen sein?», wurden die Umfrageteilnehmer gefragt. Zwei von drei verbinden damit eine Änderung der persönlichen Einstellung: Man wird vernünftiger und trifft mehr Kopf- als Bauchentscheide.

«Was verstehen Sie unter erwachsen sein?», wurden die Umfrageteilnehmer gefragt. Zwei von drei verbinden damit eine Änderung der persönlichen Einstellung: Man wird vernünftiger und trifft mehr Kopf- als Bauchentscheide.

Symbolbild Colourbox
70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass man erwachsen ist, wenn man Veranwortung übernimmt.

70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass man erwachsen ist, wenn man Veranwortung übernimmt.

Symbolbild Colourbox
Dass die finanzielle Unabhängigkeit mit dem Erwachsensein verbunden ist, denken nur 27 Prozent.

Dass die finanzielle Unabhängigkeit mit dem Erwachsensein verbunden ist, denken nur 27 Prozent.

Symbolbild Colourbox

Britische Forscher haben den Stein ins Rollen gebracht: 20 Minuten berichtete darüber, dass diese vermehrt die Tendenz beobachten, dass junge Menschen heute später erwachsen werden als in früheren Generation. Die Jugendzeit erstrecke sich mittlerweile bis Mitte oder gar Ende Zwanzig. In der darauffolgenden Artikel-Serie zum selben Thema lief die Diskussion unter den Lesern heiss: Wovon hängt das Gefühl des Erwachsenseins ab? Ob vom Erreichen der Volljährigkeit, von der ersten eigenen Wohnung oder von der Familiengründung – jeder Leser scheint unter dem schwammigen Begriff des Erwachsenseins etwas anderes zu verstehen. Wir wollten es daher genau wissen und forderten die Leserschaft zu einer Umfrage auf, an der schliesslich 7818 Personen teilnahmen.

Auf die Frage, ob man sich selbst als erwachsen bezeichnen würde, antworteten 55 Prozent mit Ja. Ein Viertel hält sich dagegen nicht für erwachsen und 20 Prozent konnten die Frage weder bejahen noch verneinen. Beim Begriffsverständnis ist man sich jedoch weitestgehend einig. Für 65 Prozent aller Teilnehmer geht der Beginn des Erwachsenseins mit einer Änderung der persönlichen Einstellung einher: Man wird vernünftiger und trifft mehr Kopf- als Bauchentscheide. Ebenfalls ein wichtiges Indiz für das Ende der Jugendzeit stellt für 70 Prozent der Leser das Übernehmen von Verantwortung dar – sei dies nun im Beruf oder für einen anderen Menschen. Die finanzielle Unabhängigkeit verbinden hingegen nur 27 Prozent mit Erwachsensein, das Erreichen eines bestimmten Alters sogar nur sechs Prozent.

Freizeit ist wichtig, aber bitte finanziell abgesichert

Die Hälfte der Befragten ist zwischen 14 und 24 Jahre alt, 20 Prozent sind 25- bis 29-jährig, der Rest ist älter als 30. Von allen Teilnehmern geben 85 Prozent an, keine Kinder zu haben und ledig zu sein. Rund 70 Prozent von ihnen wollen einmal Mutter oder Vater werden – jedoch nicht vor dem 25. Lebensjahr. Über ein Drittel aller Befragten gibt an, noch bei den Eltern zu wohnen, was für sie einer gewissen Reife jedoch nicht widerspricht. Nur 30 Prozent von ihnen bezeichnen sich nicht als erwachsen. Bei der Mehrheit der Umfrageteilnehmer, die bereits flügge sind, erfolgte der Auszug aus dem Elternhaus zwischen dem 19. und 22. Lebensjahr.

In der Umfrage sahen sich die Leser mit zwei nicht ganz einfachen Fragen konfrontiert. Zum einen mussten sie beantworten, was ihnen wichtiger ist, wenn sie sich denn entscheiden müssten; der Beruf oder die Freizeit. 60 Prozent sprachen sich dabei für die Freizeit aus, 40 Prozent für die Arbeit. Noch deutlicher fiel das Resultat bei der Frage aus: «Ist Ihnen finanzielle Sicherheit oder Selbstverwirklichung wichtiger?» Zwei von drei entschieden sich dafür, lieber das eine oder andere Geldbündel mehr unter der Matratze zu wissen, als die oberste Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide zu erreichen. Eine Einstellung, die man der sogenannten Generation Y vielleicht nicht zugetraut hätte.

(20 Minuten)

Ich habe Momente, in denen ich ein Meitli bin

Umfragedaten

An der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten haben insgesamt 7818 Personen teilgenommen, davon 3475 Männer und 4343 Frauen. 23 Prozent der Befragten sind zwischen 14 und 19 Jahre alt, ein Drittel ist 20- bis 24-jährig, 20 Prozent sind 25- bis 29-jährig, der Rest ist älter als 30 Jahre.

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