Sylt: «Erweiterte Doktorspiele» in Kurklinik
Aktualisiert

Sylt«Erweiterte Doktorspiele» in Kurklinik

Die Staatsanwaltschaft Flensburg geht nach der Strafanzeige einer Mutter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs in einer Kureinrichtung für übergewichtige Kinder auf der Nordseeinsel Sylt nach.

Die Vorfälle in der DAK-eigenen Fachklinik für übergewichtige Kinder und Jugendliche hatten sich demnach im Juli und August ereignet. (Bild: EPA/Markus Scholz)

Die Vorfälle in der DAK-eigenen Fachklinik für übergewichtige Kinder und Jugendliche hatten sich demnach im Juli und August ereignet. (Bild: EPA/Markus Scholz)

Die Betreiberin der Klinik, die Krankenkasse DAK, bestätigte «sexuelle Handlungen» in einer Kindergruppe.

Eine Sprecherin der Anklagebehörde sagte, noch sei unklar, was passiert sei und wie die möglichen Vorgänge rechtlich zu bewerten seien.

Die DAK teilte mit, während der abendlichen Ruhezeit hätten kleinere Gruppen von Jungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren in ihren Zimmern offenbar das Kinderspiel «Flaschendrehen» mit «erweiterten Doktorspielen» kombiniert. Berichte über angebliche Vergewaltigungen wies die Kasse als falsch zurück.

«Anführer» nach Hause geschickt

Die Vorfälle in der DAK-eigenen Fachklinik für übergewichtige Kinder und Jugendliche hatten sich demnach im Juli und August ereignet. Nachdem zwei Jungen den Betreuern am 6. August von den Vorfällen berichtet hätten, sei die Klinik sofort aktiv geworden, so die DAK weiter.

Das Personal habe die «Anführer» von den übrigen Kindern getrennt und am nächsten Tag nach Hause geschickt. Die Eltern aller betroffenen Kinder seien informiert, Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden.

Eine Mutter habe ihren Sohn abgeholt, die übrigen Eltern hätten darauf verzichtet. Klinik und Betreuern könne kein Vorwurf wegen Aufsichtspflichtverletzungen gemacht werden, erklärte die Kasse.

Nicht strafmündig

Nach Angaben der Sprecherin der Staatsanwaltschaft sind alle möglichen Täter jünger als 14 Jahre und damit strafunmündig. Wieviele Kinder an den angeblichen Vorfällen beteiligt sein könnten, stehe aber noch nicht fest, sagte sie.

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Mutter eines mutmasslichen Opfers eine Anzeige wegen des Verdachts des Missbrauchs von Schutzbefohlenen erstattet. In der «Bild»-Zeitung vom Dienstag warf die Frau der Klinikleitung vor, die Vorfälle «bagatellisieren» zu wollen.

(sda)

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