Aktualisiert 05.03.2008 13:02

Erwerbsleben: Frauen schliessen auf

Die Bildungsunterschiede zwischen den Geschlechtern nehmen ab, die Erwerbsbeteiligung der Frauen nimmt zu. Gleichwohl haben Frauen im Allgemeinen eine niedrigere berufliche Stellung als Männer.

Dies geht aus den neuesten «Gleichstellungsindikatoren» des Bundesamtes für Statistik hervor. 1980 hatte die Hälfte der Frauen zwischen 25 und 64 Jahren nur die obligatorische Schule absolviert, bei den Männern waren es ein Drittel. 2007 waren 19 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer ohne nachobligatorische Ausbildung.

Auf Hochschulebene nehmen für beide Geschlechter die Abschlussquoten kontinuierlich zu. Der Unterschied zwischen Frauen und Männern verringert sich.

Erwerbsbeteiligung: leichte Annäherung

In den 90er Jahren ist der Anteil der erwerbstätigen Frauen leicht gestiegen und hat sich seit Anfang des Jahrzehnts bei rund 60 Prozent eingependelt. Gleichzeitig ging die Erwerbsquote der Männer von über 80 Prozent leicht zurück. 2007 waren 76 Prozent der männlichen und 60 Prozent der weiblichen Bevölkerung ab 15 Jahren erwerbstätig oder auf Stellensuche.

Teilzeitarbeit ist weiblich geprägt: Seit Anfang der 90er Jahre arbeiten über die Hälfte der Frauen Teilzeit, bei den Männern steigt der Anteil hingegen nicht über 12 Prozent.

Frauen in niederer Stellung

Frauen sind nach wie vor öfter Angestellte ohne leitende Funktion. Männer sind deutlich häufiger als Frauen Selbständigerwerbende und höhere Angestellte. Als Gründe für diese Ungleichzeit nennt das BFS die stärkere Verantwortung der Frauen für Haushalt und Kinderbetreuung.

Der Anteil der angestellten Frauen mit Vorgesetztenfunktion oder in Unternehmensleitung hat immerhin seit 1991 von rund 16 auf 22 Prozent zugenommen. Bei den angestellten Männern in diesen Positionen stieg der Anteil von 32 auf 37 Prozent.

87 Prozent der Väter und nur 15 Prozent der Mütter mit Kind(ern) unter 15 Jahren sind vollzeiterwerbstätig. Umgekehrt sind 57 Prozent der Mütter teilzeiterwerbstätig, aber nur 6,8 Prozent der Väter.

73-Stunden-Woche

In Paarhaushalten mit unter 7-jährigen Kindern arbeiten Männer im Schnitt 73 Stunden pro Woche im Haushalt und im Beruf, Frauen rund 71 Stunden. Einer etwa gleich grossen zeitlichen Belastung sind auch Alleinerziehende mit kleinen Kindern ausgesetzt.

Alleinlebende Frauen wenden dagegen nur 52 Stunden pro Woche für Arbeit und Haushalt auf, Single-Männer 51 Stunden.

(sda)

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