Erziehungssache
Aktualisiert

Erziehungssache

Ich geniesse Trauben mit Abstand am häufigsten in flüssiger und fermentierter Form – oder direkt von der Rebe gepflückt.

Vergangenes Jahr versuchte ich Traubenkonfi zu machen; das wurde aber nicht wirklich lecker.

Reben brauchen sowohl im Weinberg wie auch im eigenen Garten eine intensive und regelmässige Betreuung und Erziehung. Man spricht tatsächlich von „Reberziehung" und es gibt Dutzende verschiedene Erziehungssysteme.

Welches System gewählt wird, hängt von der Bodenbeschaffenheit, den Klimaverhältnissen, sowie davon ob die Reben von Hand oder mechanisch bearbeitet werden sollen, ab.

Auch hat beinahe jedes Weinbaugebiet seine eigenen Traditionen, was die Erziehung angeht. Doch eigentlich sind die allermeisten Systeme lediglich Varianten von drei Grundtypen der Reberziehung:

Gobelet

Dies ist das älteste System und wurde vermutlich in der Antike von den Griechen erfunden, später von den Römern übernommen und ist heute im gesamten Mittelmeerraum weit verbreitet. Der Rebstamm wird kurz gehalten, etwas zwischen 30 und 65 Zentimeter. Die Rebe wird so geschnitten, dass drei nach oben wachsende Äste bleiben.

Guyot

Das im europäischen Weinbau am häufigsten gewählte System, bei welchem sich die Reben an Drähten empor ranken. Zunächst wird nur eine Fruchtrute stehen gelassen (die dem Stamm am zweitnächsten stehende), gebogen und am untersten Draht festgebunden. Der Stamm kann bist zu einem Meter hoch sein.

Cordon

Bei dem weltweit verbreitetsten System wachsen die Triebe auf einem voll verholzten, permanenten Rebarm der horizontal am untersten Draht angebunden ist. Dieses System eignet sich besonders für weite Rebenabstände (3 bis 4 Meter Abstand zwischen den Stöcken).

Ich habe gerade Besuch von jemandem, der keine gute Erziehung genoss. Mehr dazu das nächste Mal.

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