Unglück: «Es drohen weitere Überschwemmungen»
Aktualisiert

Unglück«Es drohen weitere Überschwemmungen»

Ein Unwetter hat im Weisstannental bei Mels schwere Schäden angerichtet. Unternehmer Meinrad Gmür fordert die Gemeinde nun zum Handeln auf.

von
tso
1 / 29
«Es ist frustrierend.» Ehepaar Gmür vor der Fischzucht in Schwendi im Weisstannental SG.

«Es ist frustrierend.» Ehepaar Gmür vor der Fischzucht in Schwendi im Weisstannental SG.

zvg
Zahlreiche Fische sind verendet.

Zahlreiche Fische sind verendet.

zvg
Beim letzten Schaden gab es mehrere Tonnen Fische zu entsorgen.

Beim letzten Schaden gab es mehrere Tonnen Fische zu entsorgen.

zvg

Meinrad Gmür aus Schwendi SG im Weisstannental bei Mels SG steht am Rande des Ruins. Zweimal innerhalb eines Jahres wurden seine Fischzucht und sein Restaurant vom über die Ufer getretenen Mühlibach verwüstet, erst Ende Juli drangen schon wieder Schlammmassen in seinen Betrieb ein. Der Schaden betrug beide Male rund eine halbe Million Franken, so der Unternehmer. «Wir haben keine finanziellen Mittel mehr.» Hauptursache für die Überschwemmung: Eine kleine Brücke über den Mühlibach, nur wenige Meter von der Fischzucht entfernt, wurde bei Unwetter zum unheilbringenden Staudamm. Schutzmassnahmen konnten eine Überschwemmung nicht verhindern.

Jetzt steckt der Wirt und Fischzüchter in einer schlimmen Zwickmühle. Nicht nur, dass er seinen Restaurantbetrieb einstellen musste und seine Fische verendet sind – jetzt hat er auch noch Probleme mit seiner Versicherung. «Die Gebäudeversicherungsanstalt (GVA) hat ihren Beitrag um die Hälfte gekürzt. Mit der Begründung, dass wir keine eigenen Schutzmassnahmen getroffen hätten.» Ein herber Schlag für den 54-Jährigen und seine Frau Esther Gmür (59). Gmürs finden die Begründung ungerecht: «Wir können eigene Schutzmassnahmen finanziell nicht stemmen. Ausserdem ist die Gemeinde für Schutzmassnahmen verantwortlich.»

«Die Gemeinde ist jetzt am Zug»

Gmür hat deshalb Einsprache gegen den Entscheid der GVA erhoben. Das Dilemma: Wenn er jetzt seinen Betrieb renoviert riskiert er, dass die Versicherung später nichts zahlt. Sein Anwalt habe ihm deshalb geraten, zu warten. Zur Renovation ist er aber gezwungen: «Ich kann nicht einfach warten, bis alle Böden verfaulen. Ausserdem stinkt der Schlamm gewaltig», so der 54-Jährige. Gmür will das Risiko deshalb auf sich nehmen. «Die Gemeinde ist jetzt am Zug. Ich verkrafte keine weitere Überschwemmung.»

Die Gemeinde Mels, zu der das Weisstannental gehört, verspricht, alles mögliche zu tun, um den Mühlibach zu bändigen. So wurden nach dem jüngsten Unwetter im Juli Wälle aufgeschüttet und Sandsäcke für den Notfall bei der Brücke bereit gelegt. Wirklich effiziente Massnahmen kosteten aber Millionen und bräuchten Zeit, so Gemeinderat Simon Buner. «Bis dahin drohen leider weitere Überschwemmungen.»

Deine Meinung