Waldbrandgefahr steigt – Das könnte der trockenste März seit Messbeginn werden

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Waldbrandgefahr steigtDas könnte der trockenste März seit Messbeginn werden

Die anhaltende Trockenheit lässt das Risiko für Waldbrände ansteigen. Die Situation wird sich nicht so rasch bessern, sagt ein Meteorologe.

von
Gianni Walther
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Der Kanton Uri hat am Donnerstag die Waldbrandgefahr als erheblich eingestuft. Damit gilt nun die Gefahrenstufe drei von fünf.

Der Kanton Uri hat am Donnerstag die Waldbrandgefahr als erheblich eingestuft. Damit gilt nun die Gefahrenstufe drei von fünf.

Wikipedia/Uwelino/CC-BY-SA-4.0
Übersicht der Waldbrandgefahrenlagen. Die aktuelle Lage kann man hier einsehen.

Übersicht der Waldbrandgefahrenlagen. Die aktuelle Lage kann man hier einsehen.

BAFU
Wegen der Trockenheit kann es zu Waldbränden kommen: Im Wysland-Wald bei Meiringen BE brannte es bis am Montagabend.

Wegen der Trockenheit kann es zu Waldbränden kommen: Im Wysland-Wald bei Meiringen BE brannte es bis am Montagabend.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Durch die anhaltende Trockenheit nimmt die Waldbrandgefahr zu.

  • Der Kanton Uri stuft die Waldbrandgefahr neu als erheblich ein.

  • Regen ist in den kommenden Tagen nur wenig zu erwarten.

  • Der März könnte einer der trockensten oder gar der trockenste seit Messbeginn werden.

Der ausbleibende Regen hat Folgen. Zwar hat es Anfang Woche etwas geregnet, doch der Trockenheit vermochten die wenigen Niederschläge nur wenig entgegenzusetzen. Der Kanton Uri hat am Donnerstag die Gefahrenstufe für Waldbrände erhöht: Die Waldbrandgefahr wird nun als erheblich eingestuft, heisst es in der Mitteilung.

Damit gilt nun die Gefahrenstufe drei von fünf. Die Bevölkerung wird zu einem sorgfältigen Umgang mit Feuer im Wald und in der Nähe des Waldes sowie im Freien aufgefordert. Denn: «Es besteht die Gefahr, dass aufgrund weggeworfener Raucherwaren oder Funkenflug eines Grillfeuers Brände entstehen.» Bei der nächsten Stufe kommt es unter anderem zu einem absoluten Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Bei Stufe fünf gilt ein absolutes Feuerverbot im Freien. In Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden gilt die Gefahrenstufe zwei, im Kanton Zug die tiefste Stufe. Die aktuelle Lage kann man hier einsehen.

Massnahmen im Kanton Uri

Die Sicherheitsdirektion des Kantons Uri empfiehlt seit Donnerstag dringend folgende Verhaltensregeln:

  • Feuer im Wald und in Waldesnähe/im Freien möglichst unterlassen.

  • Keine brennenden Raucherwaren und Streichhölzer wegwerfen.

  • Feste Feuerstellen benutzen.

  • Bei starkem Wind – vornehmlich vor und während Gewittern – wegen des starken Funkenflugs kein Feuer entfachen.

  • Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.

  • Feuer vor dem Weggehen immer löschen und sicherstellen, dass Feuer und Glut tatsächlich erloschen sind.

  • Den Anweisungen der lokalen Behörden ist unbedingt Folge zu leisten.

Auch in der übrigen Schweiz ist es vorwiegend trocken. In den Bündner Südtälern gilt ein absolutes Feuerverbot. Im Tessin wurde ein solches Verbot bereits im Januar erlassen. Dort hatte ein Waldbrand Anfang Februar Schäden in Millionenhöhe verursacht. In Meiringen BE brach am Sonntag ein Waldbrand aus, inzwischen ist dieser gelöscht.

Waldbrandgefahr wird weiter ansteigen

«Regen wird vorerst Mangelware bleiben», sagt Michael Eichmann von Meteonews. Zwar gebe es in den nächsten Tagen punktuell Niederschläge, etwa im Jura und der Ostschweiz. «Es wird teilweise nass, aber das ist lediglich ein Tropfen auf dem heissen Stein.» Ab Montag dürfte wieder ein starkes Hochdruckgebiet, eine sogenannte «Omega-Lage», das Wetter bestimmen. «Erfahrungsgemäss bringt dies eine längere und eher trockene Phase.»

Niederschlagssummen ausgewählter Stationen

Luzern: 0 mm (Negativrekord: 11,8 mm (1972))
Zürich: 3 mm (Negativrekord: 13,2 mm (2012))
St. Gallen: 0 mm (Negativrekord: 15,1 mm (1953))
Bern: 5 mm (Negativrekord: 4,5 mm (1953))
Lausanne: 8 mm (Negativrekord: 1,8 mm (1973))
Locarno: 2 mm (Negativrekord: 0,0 mm (1953 und 1966))

«Nach aktuellen Modellen sieht es nicht rosig aus für den März. Das kann sich aber auch noch ändern.» Der März könnte je nach Region gar zum trockensten März seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Ein Anschauungsbeispiel: 2012 gab es bei der Messstation in Zürich-Kloten mit 13 Litern Niederschlag pro Quadratmeter einen Negativrekord. In einem durchschnittlichen März fallen dort 60 bis 70 Liter. «Aktuell liegen die Werte bei zwei bis drei Litern pro Quadratmeter», sagt Eichmann. «Wir gehen davon aus, dass die Waldbrandgefahr auf der Alpennordseite in der nächsten Zeit weiter ansteigen wird.»

Für eine Entspannung braucht es genügend Regen über eine längere Zeit, sagt Eichmann. «Kommt nach langer Trockenheit ein Starkregen, dann fliesst viel Wasser oberflächlich ab.» Das Wasser kann in einem solchen Fall vom Boden gar nicht richtig aufgenommen werden.

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