Aktualisiert 19.10.2004 21:25

«Es dürften Hunderte geschädigt worden sein»

Der Basler Financier Dieter Behring ist gestern verhaftet worden. Der Grund: Verdacht auf Anlagebetrug in Höhe von mehreren hundert Millionen Franken.

«Wir haben Herrn Behring vorläufig festgenommen», sagte Markus Melzl, Kriminalkommissär in Basel Stadt gestern zu 20 Minuten. Heute wird der Untersuchungsrichter entscheiden, ob er in Haft bleibt. Die Vorwürfe gegen den Basler Finanzjongleur sind massiv. Melzl: «Er wird verdächtigt, Anlagebetrug im Umfang von mehreren hundert Millionen Franken begangen zu haben.» Die Zahl der Geschädigten ist unklar. «Es dürften aber einige Hundert sein», schätzt der Basler Kommissär.

Neben Dieter Behring wurden noch drei weitere Personen festgenommen. «Seine Geschäftspartner», präzisiert Melzl. Im Rahmen einer gross angelegten Polizeiaktion führten die Strafverfolgungsbehörden in den Kantonen Basel-Stadt, Zürich, Zug und Aargau mehrere Hausdurchsuchungen durch und stellten umfangreiches Beweismaterial sicher. Noch ist unklar, ob sich der Bund in die Ermittlungen einschaltet. Das Verfahren dürfte aber mehrere internationale Rechtshilfeverfahren erfordern.

Behring kam im Frühling wegen intransparenter Finanzaktivitäten, die angeblich Traumrenditen abwarfen, in die Schlagzeilen. Im April trat er in London als Lebemann auf: Er leistete sich mit sechs Freunden ein Luxus-Abendessen für 98000 Franken.

So scheffelte Behring Millionen

Börsenguru Dieter Behring will eine Hedge-Fund-Software entwickelt haben, mit der seine Holding-Gesellschaften Traumrenditen erwirtschaften konnten.

Als Zweifel an dieser Darstellung aufkamen, stellte sich Behring als Opfer einer Verleumdungskampagne dar und versicherte, alle Anleger erhielten ihr Geld zurück.

Das ist bislang nicht geschehen. Auch der Verkauf seines Firmenimperiums scheiterte mehrmals.

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