Blitzeinschlag in Huttwil - «Es explodierte im Gehör und die Wasserleitungen barsten»
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Blitzeinschlag in Huttwil«Es explodierte im Gehör und die Wasserleitungen barsten»

Ein besonders starker Blitz schlug in das Haus der Familie R.* in Huttwil BE ein und sorgte dort für Feuer und Wasserschäden. Selbst der Feuerwehr-Ausbildner hat so etwas noch nie erlebt.

von
Christian Holzer
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Das Haus der Familie R. wurde am Mittwochabend von einem Blitz getroffen. 

Das Haus der Familie R. wurde am Mittwochabend von einem Blitz getroffen.

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Dieser entfachte nicht nur einen Brand im Dachgeschoss, sondern liess auch die Wasserleitungen bersten: Aus dem WC und den Wasserhähnen spritzte Leitungswasser.

Dieser entfachte nicht nur einen Brand im Dachgeschoss, sondern liess auch die Wasserleitungen bersten: Aus dem WC und den Wasserhähnen spritzte Leitungswasser.

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«So etwas habe ich auch noch nie gesehen», sagt Daniel Ryser von der Feuerwehr Region Huttwil.

«So etwas habe ich auch noch nie gesehen», sagt Daniel Ryser von der Feuerwehr Region Huttwil.

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Darum gehts

  • Das Haus der Familie R.* in Huttwil ist derzeit nicht mehr bewohnbar.

  • Schuld hat ein Blitz, der mit voller Wucht ins Dach eingeschlagen ist.

  • Dieser hat nicht nur ein Feuer entfacht, sondern auch die Wasserleitungen elektrisiert.

Es war eine gewaltige Gewitterzelle, die am Mittwoch über die Schweiz rollte und Blitze über das Land niederliess. Ein besonders starker Blitz schlug mitten in Huttwil BE ein – genau in das Haus der Famile R.* Die dreifache Mutter Sharmy R. war gerade auf dem Nachhauseweg: «Nur noch wenige Meter trennten uns von der Haustüre, als es plötzlich eine gewaltige Explosion gab und der Blitz direkt vor uns ins Haus donnerte.» Der Blitz hätte eine ungeheure Wucht gehabt und hätte sich «wie eine Explosion im Ohr» angefühlt, erzählt die Emmentalerin. Die Kinder seien unter Schock gestanden.

Als R. schliesslich im Haus nach dem Rechten sehen wollte, kämpfte auch sie mit dem Schock: «Es roch nach Feuer, und aus den Wasserhähnen und der WC-Schüssel spritzte überall Wasser – die Leitungen barsten.» Umgehend alarmierte sie die Feuerwehr. 38 Personen standen im Einsatz, erklärt Daniel Ryser von der Feuerwehr Region Huttwil. «So etwas habe ich auch noch nie gesehen. Warum Wasser aus den Leitungen spritzte, kann ich mir nicht erklären». Dank dem geistesgegenwärtigen Handeln aller Anwesenden habe jedoch schlimmerer Schaden verhindert werden können: «Die Bewohnerinnen und Bewohner haben die Türen geschlossen, dadurch hat sich der Rauch nicht im ganzen Haus verteilt.» Die Rettungskräfte hätten Wasser und Strom unterbrochen und konnten das Feuer rasch löschen.

Das Haus ist unbewohnbar

Das Zweifamilienhaus ist derzeit nicht bewohnbar: Strom und Wasser sind noch nicht vorhanden, das Dach wurde notdürftig mit einer Blache geflickt. Die erste Nacht verbrachte die fünfköpfige Familie bei Verwandten. «Ich hoffe, dass uns die Gebäudeversicherung nun irgendwo einquartiert, wo wir die nächsten Tage verbringen können», sagt Mutter R. Die Kinder würden derzeit am meisten leisten: «Sie konnten noch nicht verarbeiten, was geschehen ist.» Vertreterinnen und Vertreter der Gebäudeversicherung wollen nun den Schaden aufnehmen und klären, wie es weitergeht. R.: «Wir sind froh, wenn wir bald wieder in unseren eigenen Betten schlafen können.»

Im Dorf sei die Anteilnahme gross, viele würden sich nach den Kindern und der Familie erkundigen. Kein Wunder, der Blitzeinschlag war kilometerweit zu hören: «Sogar im Nachbardorf konnten sie den lauten Knall gut vernehmen.»

*Name der Redaktion bekannt

Fakten über Blitze

  • Ein Blitz entsteht durch Reibungsenergie in einer Gewitterwolke. Feuchtwarme Luft kondensiert zu Wassertropfen, diese gefrieren in der Höhe und sinken wieder abwärts. Wenn der Spannungsunterschied gross genug ist, entsteht dabei ein Blitz.

  • Durch die plötzlich entstehende Hitze dehnt sich die Luft schnell genug aus, dass die Schallmauer durchbrochen wird und es donnert.

  • Ein Blitz kann Temperaturen bis zu 30'0000 Grad Celsius und Stromstärken von mehreren 100'000 Ampere erzeugen.

  • Die hohen Temperaturen setzen entzündliche Stoffe umgehend in Brand. In feuchten Mauerwerken oder bei grünen Bäumen kann das umgehend verdampfende Wasser eine Sprengwirkung entfachen.

  • Der Blitz schlägt nur am höchsten Punkt ein? Stimmt so nicht. Gemäss der Gebäudeversicherung Bern ist keine Stelle sicher vor einem Blitzeinschlag. Blitze können auch in Gebäude einschlagen, die sich in der Nachbarschaft von Türmen, Leitungsmasten oder hohen Bäumen befinden.

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