Aktualisiert 01.06.2011 12:36

Kinos im Krebsgang

Es fehlen die Blockbuster

Die Besucherzahlen der Schweizer Kinos sind in diesem Jahr um rund zehn Prozent rückläufig. Schuld sind fehlende Kinohits und die lange Schönwettterphase.

von
Hans Peter Arnold
Ein Bild ohne Seltenheitswert: Kinogänger sitzen in einem wenig besetzten Saal.

Ein Bild ohne Seltenheitswert: Kinogänger sitzen in einem wenig besetzten Saal.

Vor den Kinokassen werden Schlangen mit erwartungsfrohen Besuchern immer seltener. Die Kinosäle sind meistens halbleer. Diesen Eindruck bestätigen die Angaben des Kino-Dachverbandes Procinema. Demnach tendieren die Besucherzahlen im laufenden Jahr rund zehn Prozent unter der Vorjahresperiode. Dabei lagen die Frequenzen im Gesamtjahr 2010 mit 14,7 Millionen Besucher bereits drei Prozent unter dem Vorjahr sowie unter dem langjährigen Durchschnitt. Seit dem Jahr 2000 haben im Schnitt 15,9 Millionen Schweizer Filmtickets gekauft.

René Gerber, Geschäftsleiter von Procinema, sieht das Wetter als eine Ursache für den Besucherrückgang: Hierzulande sei es so, dass man bei sonnigem Wetter grilliere und nicht ins Kino gehe.

«Avatar» fehlt

Einen weiteren Grund für die Flaute sieht Gerber in den ausbleibenden Kinohits – so genannten Blockbustern. Genau solche Hits gab es zumindest in der ersten Jahreshälfte 2010. Der Film «Avatar» lockte 800 000 Besucher in die Säle. Jetzt hofft Gerber auf eine Aufholjagd; zum Beispiel mit Hilfe von Schweizer Filmen. Ein solcher Hoffnungsträger sei der erste Schweizer 3D-Film «One Way Trip», der Mitte September starten soll. Im August kommen als weitere Schweizer Filme «Operation Casablanca» und «Der Sandmann» in die Kinos.

Werbeauftraggeber zeigen kalte Schulter

Auf eine schwierige Situation der Schweizer Kinos deuten die Zahlen aus der Werbeindustrie: So haben die Werbeauftraggeber in diesem Jahr pro Monat nur noch für knapp zwei Millionen Franken in Schweizer Kinos geworben. Das entspricht 0,5 Prozent der gesamten Werbeausgaben. In der Vorjahresperiode betrug der Werbedruck in den Kinos im Schnitt fast drei Millionen Franken, wie aus den Zahlen von Media Focus hervorgeht. Nur der Januar entwickelte sich besser als der Vorjahresmonat – die Monate Februar, März und April lagen klar unter den Vorjahreswerten.

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