Ansermoz: «Es gab sicher auch Enttäuschungen»
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Ansermoz«Es gab sicher auch Enttäuschungen»

Hugues Ansermoz, Cheftrainer der Schweizer Frauen, durfte sich in Val d'Isère über «seine» ersten Medaillen freuen.

Hugues Ansermoz, Sie sind im dritten Jahr Cheftrainer der Frauen und dürfen nun an ihrer zweiten WM die ersten Medaillen feiern. Erleichtert?

Hugues Ansermoz: Das ist eine sehr beruhigende Situation. Unser Ziel war mindestens eine Medaille, jetzt haben wir dank Lara Gut zwei.

Das Team Schweiz war aber in den ersten drei Frauen-Rennen fast ausschliesslich ein Team Gut.

Es gab sicher auch Enttäuschungen, keine Frage. Dominique Gisin, Fabienne Suter oder Andrea Dettling standen alle in diesem Winter schon auf dem Podest und konnten hier die Erwartungen alle nicht erfüllen.

Lara Gut hat in Ihrer Mannschaft einen Sonderstatus, mit eigenem Team und Privattrainer. Befürchten Sie nicht, dass dadurch bei den anderen Fahrerinnen Neid oder Missgunst aufkommt?

Was Lara Gut macht, könnte grundsätzlich auch eine andere tun. Ihr Team finanziert alles selbst, und in der Vorbereitung geht sie ihren eigenen Weg. Letztes Jahr, als sie ganz neu gekommen war, hatte es einige Probleme gegeben. Wir versuchten ihr genügend Freiheit zu geben. Da haben sich einige Mädchen beklagt, dass Lara mehr darf als andere. Dieses Jahr war alles ruhiger.

Nun überstrahlt Lara Gut in Val d'Isère aber alles.

Das ist so. Die Differenz zu den anderen war zu gross. Doch ein solch aus­sergewöhnliches Talent wie Lara Gut im Team zu haben, ist sehr wertvoll.

(si)

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