Aktualisiert 21.01.2016 09:47

Burkhalter zum Iran-Deal

«Es gab zahlreiche geheime Gespräche»

Die Schweiz spielte als Vermittlerin beim Deal zwischen dem Iran und den USA eine wichtige Rolle. Bundesrat Burkhalter kamen dabei die engen Beziehungen zu John Kerry zugute.

von
dia

Am vergangenen Sonntag landeten drei der vier im Iran inhaftierten US-Bürger in Genf. Es war das Ende von zähen Verhandlungen über den Austausch von Gefangenen zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Deal mit dem Iran als «historischen Fortschritt» und bedankte sich explizit bei der Schweiz. Der Bundesrat habe entscheidende Unterstützungsarbeit geleistet.

Aussenminister Didier Burkhalter hat in einem Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz» über die Rolle der Schweiz im Iran-Deal gesprochen. Die Schweiz besitzt im Iran seit langem ein Mandat für die Schutzmacht der USA. Dieses umfasst die konsularische Betreuung von US-Gefangenen. So sei es dann auch die Schweiz gewesen, die den beiden Seiten den Gefangenenaustausch vorgeschlagen habe. «Es fanden zahlreiche geheime Gespräche zwischen den Delegationen des Iran, der USA und der Schweiz statt», sagt Burkhalter.

Gutes Verhältnis zu Kerry

Oftmals fehle in diesen Situationen das Vertrauen. Dieses könne nur hergestellt werden, wenn die Leute miteinander sprächen. In solchen Fällen brauche es ein Land, das neutral, glaubwürdig und effizient sei und Erfahrung in der Vermittlerrolle habe. «Wir haben unsere guten Dienste als Vermittlerin angeboten», sagt Burkhalter.

Geholfen haben dabei Burkhalters gute internationale Beziehungen, die er während seines Jahres als Vorsitzender der OSZE knüpfen konnte. So kenne er US-Aussenminister John Kerry sehr gut und bezeichnet das Verhältnis zu ihm als «close». «Manchmal haben wir verschiedene Meinungen, doch wir können immer darüber sprechen», so der FDP-Bundesrat.

Den Einfluss der Schweiz will Burkhalter aber nicht zu hoch gewichten. Man habe nur eine «bescheidene Rolle» gespielt. Auch sei der Konflikt noch nicht ausgestanden. «Die jahrzehntelangen Spannungen zwischen den USA und dem Iran werden nicht einfach verschwinden.» Die Welt stehe an einer wichtigen Wegmarke der Geschichte.

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