Es geht bergab

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Es geht bergab

Schweizer sind sich sicher: In zehn Jahren gehts uns schlechter als heute. Dafür verantwortlich gemacht wird die Annäherung an die EU.

Die Schweizerinnen und Schweizer äussern sich skeptisch zur Entwicklung der Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren. Gemäss einer Univox-Studie glauben nur zehn Prozent, dass es uns besser gehen wird. 40 Prozent gehen vom Gegenteil aus.

Personen aus allen gesellschaftlichen Schichten stellen sich auf einen gewissen Rückgang des Wohlstands ein, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Univox-Studie hervorgeht. Am ehesten erwarten dies Personen mit tiefer Bildung, was im Hinblick auf die erweiterte europäische Personenfreizügigkeit nicht überrascht.

Skeptisch beurteilen die Befragten auch die Auswirkungen eines allfälligen EU-Beitritts: 37 Prozent befürchten eine instabilere Wirtschaft in der Schweiz. Lediglich 11 Prozent nehmen an, dass die Stabilität steigen würde. Weiter zeigt die Studie, dass sich die Schweiz eher auf den Weltmarkt als auf die EU ausrichten soll.

Ein anderes Thema der Univox-Untersuchung ist die Gefährdung der Sozialwerke als Folge der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. Als beste Lösung bezeichnen die Befragten die Reduktion der Leistungen, gefolgt von der Erhöhung des Rentenalters.

Beide Vorschläge hätten etwas Resignatives an sich, heisst es im Kommentar der Studie: «Man muss nichts ändern, keine neuen Wege suchen, einfach mehr arbeiten und den Gürtel enger schnallen». Die Einwanderung von jungen qualifizierten Ausländern ist unpopulär.

Wenig innovationsfreudig zeigen sich die Schweizerinnen und Schweizer auch bei der Frage nach einer Neueinteilung des Landes in Grossregionen. Die Kantone werden weiterhin favorisiert.

Die Univox-Studie basiert auf der Befragung von 709 Personen im vergangenen September. 75 Prozent stammten aus der Deutschschweiz. Das Forschungsinstitut gfs-zürich führte die Befragung durch.

(sda)

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