Aktualisiert 08.09.2009 23:58

Nahost-Konflikt«Es geht mir täglich schlechter»

Israelische Medien haben den ersten aus der Gefangenschaft geschriebenen Brief des vor rund drei Jahren verschleppten Soldaten Gilad Schalit veröffentlicht.

In dem drei Monate nach seiner Geiselnahme verfassten Brief wendet sich Schalit an seine Eltern und Freunde.

«Ich sage euch Schalom. Mein Gesundheitszustand wird täglich schlechter, vor allem, was die Moral angeht, bin ich niedergeschlagen. Ich warte darauf, dass dieser unerträgliche Albtraum aufhört und ich aus der Zelle gelassen werde, in der ich in Isolation gehalten werde», schreibt Schalit.

Er hoffe, seinen 20. Geburtstag im Kreise von Familie und Freunden zu feiern, schreibt der junge Soldat nach seiner Entführung durch radikale Palästinenser weiter.

Brief lam übers IKRK

Der Brief war im September 2006 über das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und ägyptische Vermittler den israelischen Behörden zugespielt worden. Seit seiner Verschleppung konnte Schalit noch weitere Botschaften, darunter auch eine Tonbandaufzeichnung mit einem Appell an die israelische Regierung, übermitteln. Ein zweiter Brief tauchte im Februar vergangenen Jahres auf.

Die radikalislamische Hamas und zwei weitere Palästinensergruppen hatten Schalit im Juni 2006 in den Gazastreifen verschleppt. Die Hamas fordert im Austausch für seine Herausgabe die Freilassung von 450 palästinensischen Gefangenen.

Israel lehnte dies bisher mit der Begründung ab, die meisten der Gefangenen seien in Anschläge verwickelt, bei denen Israelis getötet worden seien. Israel und die Hamas verhandelten bislang unter Vermittlung Ägyptens.

(sda)

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