03.11.2020 04:55

Gossau SG«Es geht mir um den gesunden Menschenverstand»

Der Gossauer Romano Boscardin ist Eigentümer eines Rollstuhltransport-Unternehmens. Von der Stadtpolizei Baden kassierte er kürzlich eine Busse, da er eine Taxiroute genutzt hatte. Für ihn ist das unverständlich.

von
Leo Butie
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Romano Boscardin ist Inhaber eines Rollstuhltransport-Unternehmens. Kürzlich wurde er von der Stadtpolizei Baden gebüsst, da er eine Taxiroute gewählt hatte.

Romano Boscardin ist Inhaber eines Rollstuhltransport-Unternehmens. Kürzlich wurde er von der Stadtpolizei Baden gebüsst, da er eine Taxiroute gewählt hatte.

Privat
Die Busse erhielt er, als er eine Patientin vom Kantonsspital St. Gallen in eine Rehabilitationsklinik nach Baden AG transportierte.

Die Busse erhielt er, als er eine Patientin vom Kantonsspital St. Gallen in eine Rehabilitationsklinik nach Baden AG transportierte.

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«An einer Stelle in Baden gab es viele Verbotstafeln, doch für Taxifahrer war die Zufahrt gestattet», so Boscardin.

«An einer Stelle in Baden gab es viele Verbotstafeln, doch für Taxifahrer war die Zufahrt gestattet», so Boscardin.

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Darum gehts

  • Der Gossauer Romano Boscardin ist verärgert.

  • Er erhielt von der Stadtpolizei Baden eine Busse, da er auf der Taxiroute unterwegs gewesen war.

  • Er selbst versteht sich als Rollstuhltaxi, findet die Busse deshalb ungerecht.

  • Die Stadtpolizei Baden hält an der Busse fest.

  • Boscardin akzeptiert sie, sieht seinen Fehler aber nicht ein.

«Ich verstehe es einfach nicht», sagt Romano Boscardin, der in Gossau SG einen Rollstuhlfahrdienst unterhält. Es ist seine Reaktion auf eine Busse von 100 Franken, die ihm die Stadtpolizei Baden aufgebrummt hat. «Ich werde nicht schnell wütend, aber hier war ich schon sehr verärgert», erzählt der Gossauer.

Die Busse hat er sich vor rund zwei Wochen eingefangen. Boscardin fuhr mit seinem Rollstuhlfahrdienst eine Patientin vom Kantonsspital St. Gallen nach Baden in eine Rehabilitationsklinik. «An einer Stelle in Baden gab es viele Verbotstafeln, doch für Taxifahrer war die Zufahrt gestattet», so Boscardin. Da er sich als Taxiunternehmen, also Rollstuhltaxi, verstehe, habe er diese Route genommen. Die Stadtpolizei Baden sieht es offenbar anders. Er erhält eine Busse wegen «Nichtbeachten des Vorschriftsignals ‹Verbot für Motorwagen›». «Es ist zum Davonlaufen», findet Boscardin. In den zwei Jahren, seit er seinen Rollstuhlfahrdienst unterhalte, habe er noch nie Probleme gehabt. «Es ist jetzt das erste Mal, dass so etwas passiert», meint er. «Es geht mir hier um den gesunden Menschenverstand.» Es sei unglaublich, dass er nicht als Taxi oder Zubringer gelte, wenn er doch eine Patientin befördere. Zudem habe sein Fahrzeug eine Behinderten-Parkkarte. «Meiner Ansicht nach ist ein Behindertentransport sogar höher einzustufen als ein normales Taxi.»

Für die Polizei ist der Fall klar

Boscardin hat sich bei der Stadtpolizei wegen seiner Busse beschwert und den Sachverhalt geschildert. Die Polizei teilte ihm schriftlich mit, dass sie an der Busse festhalte. Dies mit der Begründung, dass Behindertentransporte keine klassischen Taxis seien und sein Fahrzeug nicht als Taxi registriert sei.

Auf Anfrage von 20 Minuten wiederholt die Stadtpolizei, dass man an der Busse festhalte.

Boscardin könnte ein ordentliches Verfahren verlangen. Doch er möchte die Busse nicht weiterziehen. «Ich werde die Busse bezahlen, auch wenn ich das Verhalten der Polizei unfair finde.» Er finde es schade, dass man ihm Steine in den Weg lege, dabei wolle er ja nur etwas Gutes tun mit seinem Dienst.

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109 Kommentare
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AG Wurzeln

04.11.2020, 10:39

Die Aargauer missachten Verbote und Gebote am häufigsten und blinken beim Abbiegen sehr oft nicht. Leute und Polizisten aus anderen Kantonen drücken dann oft ein Auge zu und sagen: "Typisch Aargauer". Umgekehrt sind Aargauer gegenüber Leuten aus anderen Kantonen gerne sture Schulmeister.

Hans Meier

03.11.2020, 08:53

Ist er ein Bus, nein, ist er ein Taxi, nein, also wo ist das Problem?

Steuerzahler

03.11.2020, 08:52

Menschenverstand muss man bei Bundesbetrieben nicht suchen wollen. Da wird man garantiert nie fündig.