Aktualisiert 14.08.2009 01:34

Corine Mauch«Es geht um Inhalte, nicht um mich»

Corine Mauch (SP) ist zurück aus den Ferien. Im 20-Minuten-Interview spricht die Zürcher Stadtpräsidentin über die EU, Baustellen und die Krise – und kontert ihren Kritikern.

von
David Torcasso

Frau Mauch, was packen Sie nun als Erstes an?

Corine Mauch: Wichtige Traktanden im Stadt- und Gemeinderat sind das aktualisierte Kulturleitbild, der Landesmuseum-Kredit oder die Erweiterung des Kunsthauses. Die Wirtschaftskrise ist ein zentrales Thema: Die Arbeitslosigkeit ist im letzten Monat deutlich gestiegen.

Was sagen Sie zu den Vorwürfen des Seefelder Gewerbes, Sie seien ihnen in der schwierigen Bauphase nicht beigestanden?

Baustellen bringen leider immer Unannehmlichkeiten mit sich, deshalb waren die Sanierungen auf die Sommerferien angesetzt. Dabei ist zu bedenken, dass das lokale Baugewerbe in der Krise von den Sanierungsarbeiten profitieren konnte.

Bürgerliche Politiker werfen Ihnen vor, sie seien kaum wahrnehmbar ...

Ich kann diesen Vorwurf nicht nachvollziehen. Ich war jeden zweiten Tag an einem Anlass präsent und habe jeden dritten eine Rede gehalten. Als neue Stadtprä­sidentin lag mein Fokus in den letzten Wochen ganz auf dem Kennenlernen meines Departements und auf der Einarbeitung in Projekte.

An Ihrer 1.-August-Rede forderten Sie eine Diskussion um einen EU-Beitritt. Warum ist dieser für Zürich wichtig?

Aus handelspolitischen Gründen sind wir häufig gezwungen, unsere Gesetze der EU anzugleichen. Der bilaterale Weg führt de facto zu einem Souveränitätssverlust der Schweiz.

Sie waren weder am Sechseläuten noch an der Street Parade. Wie siehts nächstes Jahr aus?

Ich bin nächstes Jahr von der Frauenzunft ans Sechseläuten eingeladen. Die Street Parade werde ich besuchen, sofern sie nicht wieder mit Repräsentationspflichten am Filmfestival in Locarno oder sonstwo zusammenfällt.

Hand aufs Herz: Scheuen Sie das Rampenlicht?

In erster Linie geht es mir bei meiner Politik um Inhalte und nicht um meine Person. In meinen ersten 100 Amtstagen hatte ich über 50 spannende Auftritte. Ich suche die Öffentlichkeit nicht wegen des Rampenlichts.

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