SVP-Oktoberfest: «Es gibt den Volkeswillen – nach mehr Promillen»
Aktualisiert

SVP-Oktoberfest«Es gibt den Volkeswillen – nach mehr Promillen»

Ausgelassene Stimmung am SVP-Oktoberfest in Uster: Christoph Mörgeli heizt das Publikum als Schnitzelbänkler an.

von
daw

Christoph Mörgelis Auftritt am SVP-Oktoberfest.

Feucht-fröhlich ging es am Montagabend am SVP-Oktoberfest in Uster zu und her, wie zahlreiche Fotos in sozialen Medien beweisen.

Auf Youtube veröffentlichte ein Kantonsrat auch ein Video einer achtminütigen Rede von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Das Video wurde inzwischen entfernt. Politische Inhalte transportiert Mörgeli in seiner Rede kaum, dafür gibt er den Schnitzelbänkler.

«Nüt als Plunder mit Hans Grunder»

«Liebe hochansehnliche, feucht-fröhliche Versammlung», hebt Mörgeli an. Er sei froh, dass Abend sei und man Alkohol habe – anders als bei seiner Morgenveranstaltung «Zmörgeli mit Mörgeli», die leider von den langweiligen Grünen und Balthasar Glättli kopiert worden sei («Es Vegi-Plättli mit em Glättli»).

Mörgeli macht dann – unter Johlen des Publikums – weitere Vorschläge, etwa für die BDP und deren Ex-Präsident: «Nüt als Plunder mit Hans Grunder.» Zum Glück gebe es Bundesrat Joseph Deiss (CVP) nicht mehr, fährt Mörgeli fort, sonst müssten diese sagen: «Nüt als Scheiss mit em Deiss.» Ebensowenig «appetitanregend» findet er «Lebertran mit Jacqueline Badran» (SP): «Dänk ich a d Badran letschten Änd, dänn chehrts mir mini Magewänd.»

Auch Parteifreunde kommen unter die Räder

Der Professor und ehemalige Leiter des Medizinhistorischen Museums fährt dann mit SVP-Bauernregeln fort, bei denen dem Who-is-Who der Volkspartei ein paar Verse gewidmet sind.

Hans Fehr: «Wer kennt schon Fehr aus Eglisau, berühmter ist doch seine Putzfrau» (Fehrs hatten die ausländische Putzfrau nicht angemeldet, Anm. d. Red.).

Gregor Rutz: «Der Politikberater Gregor Rutz nimmt für eine halbe Stunde 1000 Stutz.»

Roger Köppel: «Er schreibt zwar wie ein Bienli, doch niemand liest sein Magazinli.»

Über sich selbst: «Der Mörgeli mit Bier sollt mehr prosten, als Fachkräfte-Bildli zu posten» (Wegen des Eintrags wurde sein Profil zwischenzeitlich gesperrt, Anm. d. Red.).

Bier und Busen

Überhaupt ist der Alkohol in vielen Versen Thema. Bier mache schön, so Mörgeli. Es werde «nicht fortgeloffen, sondern wacker weitergesoffen», dichtete er weiter. Oder: «Wenn es gibt den Volkeswillen, dann ist's der nach mehr Promillen.»

Auch die weiblichen Rundungen im Dirndl überging Mörgeli nicht. An die Herren richtete er den Vers: «Alle reisen gern nach Ustern, wenn Frauen mit Busen plustern.»

Den Beweis lieferte Nationalrätin Natalie Rickli auf Facebook. Ihr Kommentar dazu: «Um allfällige Fragen vorwegzunehmen: Ich bin nicht drauf.»

Der Post kommt nicht bei allen gut an. «Geschmacklos! Und das von einer politischen Frau?», lautet ein Kommentar. Andere werfen ihr Sexismus vor.

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