Federer über New York: «Es gibt Dinge, die sollte man sein lassen»
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Federer über New York«Es gibt Dinge, die sollte man sein lassen»

Roger Federer ist nach seinem Sieg gegen Donald Young froh, noch etwas länger in New York bleiben zu dürfen. Der Schweizer liebt die Metropole. Von ihr ablenken lässt er sich aber nicht.

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Roger Federer ist zurück in Flushing Meadows. Bei seinem ersten Auftritt an den US Open bekundete der Schweizer keine Mühe (6:3, 6:2, 6:4). Weder mit seinem Gegner Donald Young noch mit der unruhigen Atmosphäre im Arthur-Ashe-Stadion. Gerade die einzigartige Stimmung an den US Open ist es, die den Schweizer fasziniert und immer wieder zu aussergewöhnlichen Leistungen beflügelt.

Von Beginn weg geriet Donald Young gegen die Weltnummer 1 ins Straucheln. Gleich im ersten Aufschlagspiel sah er sich mit einer Breakchance Federers konfrontiert, zudem hatte er mit vielen unerzwungenen Fehlern zu kämpfen. Federers überzeugender Startauftritt machte es Young zusätzlich schwer, ins Spiel zu finden.

«Es ist nicht wie in Wimbledon»

Zudem schien Young nicht wirklich mit der Atmosphäre im Arthur-Ashe-Stadion klarzukommen. Die Nightsession wurde begleitet von Pfiffen, lauten Zuschauern, Flugzeuglärm oder anderen äusseren Einflüssen, die es so nur beim Grand Slam in Flushing Meadows gibt. Zudem war es windig. Das US Open ist aufgrund der äusseren Bedingungen auf und neben dem Platz ein spezieller Ort. Auch für Federer, der aber im Gegensatz zum 23-jährigen US-Amerikaner bestens damit klarkam.

«Es ist nicht wie in Wimbledon, wo man als Spieler isst, schläft und Tennis atmet», so der 17-fache Grand-Slam-König. Zwischen den Spielen gehe man aus oder treffe sich mit Freunden. «Da gibt es sicherlich auch viele andere Dinge, die man lassen sollte während des Turniers. Da kann es schon mal passieren, dass die Gedanken nicht beim Spiel sind.» Dass der Schweizer seine Leistung seit Jahren dennoch auf den Platz bringen kann, erklärt er folgendermassen: «Ich sehe die Ablenkung rund um das US Open als Herausforderung, ich liebe das ganze Drumherum.»

«Ich war zu Beginn etwas nervös»

Federer zeigte sich nach dem Startsieg nicht nur glücklich, zurück in New York zu sein, er war auch zufrieden mit seinem Spiel. «Ich habe gegen ihn noch nie gespielt und war zu Beginn etwas nervös.» Er habe erst spät ins Spiel gefunden. Aber das sei gut so: «Manchmal ist es förderlich, wenn man sich reinkämpfen muss.» Gegen Ende des zweiten Satzes zeigte sich aber, dass Young kein Gradmesser ist.

Für den Schweizer aber kein Grund, den Fuss vom Gas zu nehmen, um vielleicht sogar etwas im Hinblick auf die nächsten Spiele zu testen. «Ich konnte nicht viel ausprobieren. Vor allem an den Grand Slams ist man sich nie sicher, bevor man über der Ziellinie ist», so Federer nach dem Dreisatzsieg. Er sei froh, dass der Druck, die erste Runde zu überstehen, weg sei. «Die nächsten paar Tage habe ich Zeit, richtig ins Turnier zu finden. Ich werde trainieren und mir einige Spiele am TV ansehen.»

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