Corona-Langzeitfolgen: Gratis-Kochbuch hilft bei Geschmacksverlust
Geschmacksverlust nach Corona: Nervig, wenn das Lieblingsessen plötzlich nach nichts mehr schmeckt.

Geschmacksverlust nach Corona: Nervig, wenn das Lieblingsessen plötzlich nach nichts mehr schmeckt.

Pexels/George Milton
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GeschmacksverlustEs gibt jetzt ein Kochbuch für Menschen mit Long Covid

Geschmacksstörungen, wie sie bei einer Corona-Infektion vorkommen können, stehlen ein Stück Lebensfreude. Aus Grossbritannien kommt ein Kochbuch, das Betroffenen wieder mehr Freude am Essen bereiten soll.

von
Geraldine Bidermann

Du nimmst einen Schluck Kaffee und schmeckst rein gar nichts – oder noch komischer: Du schmeckst … Abwassernoten? Eines der bekanntesten Langzeitsymptome von Covid-19 ist die Störung des Geruchs- und Geschmackssinns. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis man nach einer Erkrankung mit dem Virus wieder vollständig riecht und schmeckt.

Geschmacksverlust oder Geschmacksstörung?

Ein Geschmacksverlust ist meistens ein Geruchsverlust, weil die Geschmacksknospen auf der Zunge und die Geruchsrezeptoren in der Nase eng zusammenarbeiten. Wenn man das Riechvermögen komplett verliert, spricht man von einer sogenannten Anosmie. Geschmäcker wie süss, salzig, sauer kann man dann zwar noch unterscheiden, feinere Nuancen wie nussig oder fruchtig jedoch nicht.

Eine Geschmacksstörung, oder Parosomie, ist die verzerrte Wahrnehmung von Gerüchen und dadurch von Geschmäckern, die unter anderem auch bei Krebspatientinnen und -patienten und Menschen mit Long Covid vorkommt. Verzerrt heisst: Der geliebte Milchkaffee riecht plötzlich nach schmutzigem Wasser.

Ingwer-Chili-Glacé und Risotto

Damit Betroffene nicht die Lust am Kochen und vor allem am Essen verlieren, haben eine Food-Stylistin und ein Koch aus Grossbritannien ein spezielles Kochbuch entwickelt.

Langzeitfolge Geschmacksverlust: Diese Rezepte helfen eingeschränkten Gaumen auf die Sprünge. 

Langzeitfolge Geschmacksverlust: Diese Rezepte helfen eingeschränkten Gaumen auf die Sprünge.

Odysea

Ryan Riley und Kimberley Duke haben mehr als 300 Rezepte ausprobiert, die genug Substanz haben, um beeinträchtigten Gaumen trotz Geschmacksstörungen ein Erlebnis zu bescheren. Rezepte für Ingwer-Chili-Glacé, sämige Risottos oder auch Mandelkuchen (Mandeln sollen auch bei schwachen Geschmacksnerven dominant schmecken) finden sich im Buch.

Mehr als nur Salz und Zucker

Um beim Essen nicht nur die Geschmacksnerven anzuregen, setzen Riley und Kimberley auf die Textur der Zutaten und Inhalte wie Wasabi, die auch den Geruchssinn aktivieren und in den Nasennebenhöhlen spürbar sind. Neben süss, sauer, salzig und bitter steht die fünfte Geschmacksrichtung im Zentrum: Umami, japanisch für köstlich oder herzhaft. Umami (Risotto, Schmorgerichte, Ramen, Pilze, Parmesan, Sojasauce) wirkt wie ein Geschmacksverstärker. Es sorgt dafür, dass ein Gericht insgesamt intensiver schmeckt, was natürlich hilft, wenn der Geschmackssinn eingeschränkt ist.

Ryan Riley ist Autor, Koch und Food-Stylist, und Kimberley Duke ist Rezeptentwicklerin, ausgebildete Köchin und Food-Stylistin. Zusammen haben sie Life Kitchen, eine gemeinnützige Kochschule, gegründet, um Krebspatientinnen und Krebspatienten, deren Geschmacksnerven beeinträchtigt sind, die Freude am Essen zurückzubringen. Auf ihrer Homepage ist das Buch «Taste & Flavour» gratis zum Downloaden verfügbar.

Hast du auch schon mit Geschmacksverlust, oder -störungen zu kämpfen gehabt? Was hat dir in dieser Zeit geholfen?

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