Riesen-Krise: «Es gibt kein Geheimrezept»
Aktualisiert

Riesen-Krise«Es gibt kein Geheimrezept»

Mit den Heimrennen in Adelboden beginnen für die Schweizer Ski-Cracks die wichtigsten Wochen der Saison. Neben dem Wetter macht ihnen vor allem die Formschwäche im Riesenslalom zu schaffen.

von
P. Reich

Didier Cuche vor dem Riesenslalom von Adelboden. (Video: 20 Minuten Online)

Noch kein Schweizer stand in den bisherigen vier Riesenslaloms der Saison auf dem Podest. Der vierte Platz von Carlo Janka beim Saisonauftakt in Sölden war für die Schweizer Techniker das beste Resultat. Dieses konnte er mit einem achten Rang beim zweiten Rennen in Beaver Creek bestätigen. Neben dem Bündner, der in Adelboden trotz anhaltenden Rückenproblemen an den Start gehen wird, schaffte nur Didier Défago im Riesenslalom einen Top-Ten-Platz. Der Romand wurde in Alta Badia überraschend Neunter.

Im Berner Oberland will das arg gebeutelte Schweizer Riesenslalom-Team nun zurückzuschlagen. Die Athleten versuchen allerdings die hohen Erwartungen vor dem Heimrennen etwas zu dämpfen. «Im Riesenslalom sind derzeit nur die Spezialisten immer vorne dabei», sagt Didier Cuche. «Für die Speedspezialisten wird es immer schwieriger überall top zu sein. Deshalb ist ein Riesenwunder, wenn einer von uns in die Top 5 fahren würde.»

Die Schweizer hoffen darum vor allem auf die Unterstützung des Heimpublikums. «Die bombastische Stimmung hilft natürlich, etwas mehr zu riskieren», glaubt der Neuenburger. «Auf der Strecke kriegt man allerdings nicht viel davon mit. Da ist man nur aufs nächste Tor konzentriert.» Die weiche Piste kommt Cuche nicht gerade entgegen. Das ist für ihn aber noch lange kein Grund, den Kopf in den Tiefschnee zu stecken. «Es gibt kein Geheimrezept. Wichtig ist, einen sauberen Schwung hinzukriegen, um Tempo zu machen. Allzu viel Risiko bringt auch nichts.»

Feuz topmotiviert, Janka noch immer nicht ganz fit

Ein ganz spezielles Rennen wird es für Beaz Feuz. Der Schweizer Newcomer der Saison will am Samstag zum ersten Mal in den Zielhang von Adelboden einbiegen. «Die Stimmung gibt sicher Extramotivation», so der Emmentaler. Im Riesenslalom gehört er zwar noch nicht zur Weltspitze, in Beaver Creek fuhrt Feuz aber auch im Riesen in die Top 20. «Für mich ist es wichtig in den zweiten Lauf zu kommen. Alles danach ist Zugabe.»

Ganz anders sieht die Situation bei Carlo Janka aus. Der Riesenslalom-Weltmeister kommt in dieser Saison einfach nicht auf Touren. Seit September zwickt der Rücken. «Auch die Pause, die ich jetzt eingelegt habe, hat an der Situation leider nicht viel geändert», sagt der Bündner. «Ich bin einfach nicht 100-prozentig fit. Deshalb wäre für mich ein Top-Ten-Resultat sicher ein sehr gutes Resultat.»

Beat Feuz will in Adelboden endlich bis zum Zeilhang kommen. (Video: 20 Minuten Online)

Das Programm in Adelboden:

Samstag: Riesenslalom 10.30/13.30 Uhr

Sonntag: Slalom 10.30/13.30 Uhr

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