Maurer zur Wehrpflicht: «Es gibt kein Land mit einer Freiwilligen-Miliz»
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Maurer zur Wehrpflicht«Es gibt kein Land mit einer Freiwilligen-Miliz»

Soll die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden? Für VBS-Chef Ueli Maurer ist klar: Eine freiwillige Armee würde dem Land und der Sicherheit schaden.

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«Es gibt kein Land mit einer Freiwilligenmiliz», betont Verteidigungsminister Ueli Maurer heute Freitag in Bern. Was auf die Schweiz zukommen würde, falls das Volk am 22. September die Abschaffung der Wehrpflicht beschliesst, wisse deshalb niemand. Dieses Risiko wolle der Bundesrat nicht eingehen.

Für Maurer ist klar, dass die Sicherheit des Landes ohne Wehrpflicht nicht mehr gewährleistet wäre, weil die Armee möglicherweise nicht mehr genügend Personal in der richtigen Qualität aufbieten könnte. Heute könne die Armee auf Spezialisten wie Informatiker, Ingenieure und Handwerker der «besten Volkswirtschaft der Welt» zurückgreifen.

Armee nützt nationalem Zusammenhalt

Ausserdem befürchtet Maurer einen markanten Einschnitt ins staatspolitische Selbstverständnis. Die Schweiz funktioniere auf allen Ebenen mit dem Milizprinzip, das in der Armee geprägt werde. Zu Bürgerrechten gehörten auch Bürgerpflichten.

Wehrpflichts-Debatte im Nationalrat

Der Militärdienst bringe zudem Schweizer Männer aus verschiedenen Schichten und Regionen zusammen, was zum nationalen Zusammenhalt beitrage. Auch die demokratische Kontrolle und das Vertrauen in die Armee sei mit dem Modell des Bürgersoldaten am besten gewährleistet.

Maurer und sein Armeechef André Blattmann kritisierten die Darstellungen der Initianten, die mit ihrem Volksbegehren auf eine Verkleinerung der Armee hinarbeiten. «Die Armee hat sich entwickelt. Die Initianten zielen auf eine Armee, die es so nicht mehr gibt», sagte Maurer.

Schweiz hat eine «wirklich kleine Armee»

Rund 5000 Personen befänden sich gleichzeitig in Wiederholungskursen der Armee, sagte Blattmann. Das seien ungefähr so viele, wie für die Sicherung des Flughafens Zürich-Kloten nötig wären. Von einem Massenheer könne keine Rede sein, erst recht nicht, da die Armee nach den jüngsten Plänen auf 100'000 Mann halbiert werden solle. Die Schweizer Armee sei eine «wirklich kleine Armee», die aber im Bedarfsfall effizient ausgebaut werden könne.

Mit Kosten von 5 bis 5,4 Milliarden Franken pro Jahr ist die Armee laut Maurer im internationalen Vergleich günstig. Mit einer gleich teuren Freiwilligenarmee die gleiche Leistung zu erbringen, gehe kaum.

Maurer sieht auch die Wehrgerechtigkeit weiterhin gegeben: 65 Prozent der Männer eines Jahrgangs würden in die Armee eingeteilt; rund die Hälfte beende sie auch. Die GSoA stellt diese Darstellung in Zweifel. Aus ihrer Sicht leistet nur ein kleiner Teil der Armeeangehörigen wirklich alle Diensttage.

Kürzere WK geplant

Angesichts steigender Untauglichkeitsraten und der vielen Dienstverschiebungen wegen zeitlicher Probleme mit Arbeit und Studium will sich Maurer Reformen nicht verschliessen. Mit der geplanten Weiterentwicklung der Armee soll zum Beispiel ein WK für Soldaten nur noch zwei statt drei Wochen dauern.

Maurer kündigte auch an, dass nach der Abstimmung eine Kommission Vorschläge zur Dienstpflicht der Zukunft liefern soll. Geprüft werden solle beispielsweise die Durchlässigkeit des Zivilschutzes. In städtischen Gebieten gebe es viele Zivilschützer, während sie in ländlichen fehlten. Eine überregionale Organisation könnte dem Abhilfe schaffen.

(zum/sda)

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