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Bürgermeister«Es gibt keine Schwulen in Sotschi»

Vor den Olympischen Spielen macht sich Sotschis Bürgermeister zum Gespött: Es gebe in Sotschi «keine Schwulen». Dabei ist die Stadt bei Homosexuellen schon seit Jahrzehnten beliebt.

von
pat
Der Bürgermeister von der Olympia-Stadt Sotschi behauptet es gebe keine Schwulen in der Stadt.

Der Bürgermeister von der Olympia-Stadt Sotschi behauptet es gebe keine Schwulen in der Stadt.

Wenige Tage vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi gibt Bürgermeister Anatolij Pachomow eine bizarre Erklärung ab: «Hier gibt es keine Schwulen», sagte er in einem Interview mit der britischen BBC.

Diese Aussage verwundert, weil der Badeort bei Homosexuellen schon zu Sowjetzeiten hoch im Kurs stand. In der Stadt gibt es mehrere Homosexuellen-Clubs und eine berühmte Travestiebar. Sotschi gilt als liberaler als die anderen Städte in Russland.

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow amüsierte sich denn auch über die Aussage des Bürgermeisters: «Meines Wissens gibt es in Sotschi schwule Clubs. Wie überleben die dann?»

Bürgermeister unsicher

Doch so richtig sicher scheint sich auch Bürgermeister Pachomow nicht mehr zu sein. Gemäss Spiegel.de antwortete er auf Nachfrage: «Nein, ich bin mir nicht sicher. Verdammt, ich kenne die doch nicht.»

In Russland gilt seit Juni 2013 ein Gesetz, das Propaganda homosexueller Menschen in Anwesenheit von Minderjährigen verbietet. Auch wer positiv über Homosexuelle spricht, könnte ins Gefängnis gesteckt werden.

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