Aktualisiert 15.01.2019 15:47

Tödlich verunglückte SchweizerEs gibt keine Zeugen des Horror-Crashs

Sind die verunfallten Schweizer von der Spur abgewichen, bevor sie frontal mit dem Lastwagen kollidierten? Diese und andere Fragen beschäftigen die Ermittler in Schweden.

von
cho

Filmaufnahmen zeigen, wie gefährlich die Strasse ist, in der die Schweizer verunfallten. (Video: SVT)

Rund 1 Kilometer ausserhalb des schwedischen Ortes Masugnsbyn verunfallten sieben junge Schweizer am Samstag schwer. Ermittler vor Ort arbeiten mit Hochdruck daran, die zentralen Fragen rund um das Unglück zu beantworten. Die regionale Zeitung Norrländska Socialdemokraten NSD nennt das Ereignis «einer der verheerendsten Verkehrsunfälle der heutigen Zeit». Gegenüber der Zeitung spricht Emma Lindberg, zuständige Ermittlungs-Leiterin, von grossen Herausforderungen: «Unser Ziel ist es zu klären, was genau passiert ist.»

Sechs Schweizer Bürger verloren am frühen Samstagmorgen in einer Kurve ihr Leben, als sie mit ihrem Kleinbus frontal mit einem Eisenerz-Transporter kollidierten. Leidiglich der LKW-Fahrer und ein Mitglied der Schweizer Gruppe überlebten den Unfall. Derzeit gehen die Ermittler nicht von einem Verbrechen aus: «Im Moment stellen wir die Informationen von der Unfallstelle zusammen. Techniker haben sich bereits die betroffenen Fahrzeuge angesehen», so Lindberg.

Was sagen die Spuren?

Die Forensiker arbeiten laut der Zeitung nach wie vor daran die Todesopfer zu identifizieren. Ausserdem seien verschiedene Befragungen durchgeführt worden – auch mit dem LKW-Fahrer. Die Ermittler können jedoch nach wie vor nicht sagen, ob eines der Fahrzeuge von seiner Spur abwich: «Was bisher klar ist, dass die Fahrzeuge frontal kollidierten.» Dass der Unfall in einer abgelegenen Gegend passierte, erschwere die Ermittlungen, so die Polizistin: «Es gibt keine Zeugen. Aber moderne Autos bringen eine Menge Daten, die uns helfen.» Auch würden Fahr- und Bremsspuren von Spezialisten ausgewertet werden.

Auch für Polizisten belastend

Rund ein Dutzend Polizisten seien bisher mit dem Fall betraut, von Technikern über Patrouillen bis hin zur nationalen Polizeibehörde. Letztere steht laut Lindberg auch in Kontakt mit der Schweizer Botschaft und den Hinterbliebenen. Diese wurden am Montag an der Unfallstelle erwartet. Die meisten stammen mehrheitlich aus dem Berner Oberland. Fünf der sechs Verstorbenen stammten aus Adelboden. Ein weiterer aus dem Kanton Aargau.

Das Unglück gehe auch den Polizisten nahe: «Es ist ein trauriges und tragisches Ereignis.» Nach solchen extremen Einsätzen werden die im Einsatz gestandenen Polizisten psychologisch begleitet.

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