Hubel-Meteorologen: «Es gibt leider wieder grüne Weihnachten»
Aktualisiert

Hubel-Meteorologen«Es gibt leider wieder grüne Weihnachten»

Die Wetterfrösche aus Lohn-Ammansegg stellen Prognosen anhand von Baumrinde und Ziegenfellen. Die Solothurner rühmen sich mit ihrer Trefferquote.

von
Annina Häusli
Die Hubel-Meteorologen -  Sitzend: Erhard Luterbacher. Stehend (v.l.n.r): Ruedi Luterbacher,  Ernst Schaller,  Manfred Burki, Paul Halter.

Die Hubel-Meteorologen - Sitzend: Erhard Luterbacher. Stehend (v.l.n.r): Ruedi Luterbacher, Ernst Schaller, Manfred Burki, Paul Halter.

zvg

Wie verhalten sich die Spinnen im Freien? Wie dick ist das Fell der Ziegen und Kanninchen? Und wie ist die Rinde der Bäume beschaffen? Die Antworten auf solche Fragen dienen den fünf Hubel-Meteorologen aus Lohn-Ammansegg als Anhaltspunkte für ihre jährlichen Wetterprognosen.

Die fünf Wetterfrösche blicken mittlerweile seit vierzehn Jahren jeweils ein ganzes Jahr in die Wetter-Zukunft. Und dabei liegen sie fast immer richtig, wie ein Blick in die Verganghenheit beweist. Auf Anfrage von 20 Minuten sagten sie vor einem Jahr einen kalten, aber schneearmen Winter und einen heissen Sommer voraus.

So genau wie noch nie

Dies ist tatsächlich eingetreten. Während vor einem Jahr der erste Schnee im Flachland erst nach Weihnachten fiel, ächzte im Sommer die ganze Schweiz unter der Hitze. Hubel-Meteorologe Rudolf Luterbacher: «Unsere Vorhersagen der letzten zwölf Monate stimmten zu 77 Prozent mit dem tatsächlichen Wetter überein – ein Rekord.» Kontrolliert und ausgewertet werden die Vorhersagen jeweils von einem Professor der Universität Giessen (D) anhand der Wetterdaten von Meteo Schweiz.

Die fünf Solothurner verlassen sich für ihre Vorhersagen jeweils nur auf Beobachtungen aus der Natur. Jeder deckt dabei ein Spezialgebiet ab. So werden Bienen und Spinnen beobachtet, die Felle von Ziegen und Hasen untersucht und der Laubabfall unter die Lupe genommen. Jeder der fünf Wetterfrösche macht anschliessend eine Prognose für das ganze Jahr.

Rudolf Luterbacher selbst verlässt sich auf die Wetterzyklen, welche er von seinen Vorfahren gelehrt bekommen hat. Schon sein Grossvater habe das Wetter beobachtet und so herausgefunden, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederhole.

Im Sommer lieber zuhause bleiben

Doch was kann man in den folgenden zwölf Monaten nun erwarten? «Es gibt einen sehr milden Winter und leider auch wieder grüne Weihnachten», prognostizieren die Hubel-Meteorologen. Der erste richtige Schneefall sei nicht vor Januar zu erwarten, so Rudolf Luterbacher.

Der Frühling werde dafür schön, und an Ostern brauche man nicht zu verreisen: «Ostern wird nächstes Jahr sensationell», sagt Luterbacher. Weiter: «Der Sommer wird wieder heiss, aber nicht so heiss wie in diesem Jahr.» Auch der Herbst werde aller Voraussicht nach wieder schön.

Zusammenfassend empfiehlt Luterbacher, vor allem in die Skiferien zu fahren. «Dank dem schönen Sommer und Herbst kann man die Sonne auch hier geniessen.»

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