5S und 5C im Test: Es gibt wenig Gründe für einen iPhone-Wechsel
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5S und 5C im TestEs gibt wenig Gründe für einen iPhone-Wechsel

20 Minuten hat die beiden neuen Apple-Phones vor dem Schweizer Verkaufsstart getestet. Fazit: Wer auf Touch ID und Kamera-Update verzichten kann, sollte sein iPhone 5 behalten.

von
ray

Das edle Top-Modell 5S und das etwas günstigere iPhone 5C mit Kunststoff-Gehäuse bringen nicht die grosse Smartphone-Revolution, sind aber im Fall des 5S eine gelungene Weiterführung des Vorgängermodells und mit dem 5C eine ganz neue, bunte iPhone-Variante, die technisch auf dem iPhone 5 beruht.

Rein äusserlich hat sich beim 5S nur farblich etwas verändert: Neu gibt es das Handy in Gold, Silber oder Spacegrau, wie Apple die Farben bezeichnet. Ansonsten ist das Gehäuse in Grösse und Design gleich geblieben wie beim iPhone 5.

Highend-iPhone mit Fingerabdruck-Erkennung

Entgegen dem Trend zu grösseren Bildschirmen hält Apple nach wie vor am 4-Zoll-Display fest. Zu den wesentlichen Neuerungen gehört der Fingerabdruck-Scanner Touch ID. Im Test funktioniert die Identifikation per Daumen problemlos und schnell: Vor dem ersten Gebrauch dieser biometrischen Zugangskontrolle müssen die Finger, mit denen man am häufigsten den Home-Button bedient, initialisiert werden. Dabei setzt man die Fingerkuppe während etwa einer halben Minute immer wieder auf die Taste, sodass die Software den Daumen mehrfach erkennen und scannen kann. Danach kann man mit einer kurzen Berührung das Gerät entsperren oder Einkäufe im App Store beziehungsweise in iTunes freischalten. Wiederum funktioniert dies im Versuch zuverlässig – unabhängig davon, aus welcher Richtung man den Finger auf den Home-Button setzt.

Der Vorteil dieser Fingererkennung: Man muss keinen PIN-Code mehr eingeben, den sich andere Personen, die einem gerade über die Schulter blicken, erspähen können. Allerdings ist die Idee, mit dem Fingerabdruck Zugang zu seinem Gerät zu erhalten, nicht neu. Bei Notebooks – etwa bei Modellen von HP oder Fujitsu – gibt es seit längerem ähnliche Scanner. Die Initialisierung beim iPhone 5S scheint aber etwas aufwändiger zu sein als bei den Laptops, und die Zuverlässigkeit in der Erkennung ist bei Apple-Handy eindeutig schneller als mit den Notebook-Fingerscannern, die wir bisher ausprobiert hatten.

Schneller Prozessor, fehlendes NFC

Neben allen Neuheiten, die das Betriebssystem iOS7 mit sich bringt, sind es vor allem die bessere Kamera und der neue Prozessor, die beim iPhone wesentlich sind. So wurde erstmals der neue A7-Prozessor verbaut, dessen zwei Kerne zwar nur je 1,3 GHz haben, der aber mit einer 64-Bit-Architektur arbeitet, was eine schnellere Datenverarbeitung verspricht. Tatsächlich läuft die Bedienung einen Zacken schneller als auf dem iPhone 5, und einzelne Apps werden schneller gestartet. Seltsamerweise fehlt dem 5S noch immer ein NFC-Chip. Apple scheint dieser Technologie anders als praktisch alle anderen Smartphone-Hersteller keine Aufmerksamkeit zu schenken. Dies, obwohl es immer mehr Geräte gibt, die per NFC Daten austauschen können – so etwa Notebooks, Musikanlagen, Kassenterminals in Läden, Ticketautomaten etc.

Die Kamera hat zwar immer noch 8 Megapixel, wurde im Vergleich zum iPhone 5 aber verbessert. Dadurch, dass ein grösserer Sensor mit grösseren Linsen (Blende f2.2) verwendet wird, ist die Kamera lichtstärker geworden. Bessere Bilder zeigen sich vor allem bei Dunkelheit und bei Verwendung des Biltzes. Der Blitz mit sogenanntem True Tone, mit dem die Farbtemperatur automatisch an das Umgebungslicht angepasst werden soll, sorgt im Test vor allem bei Portraits dafür, dass die hellen Gesichter in dunkler Umgebung weniger käsig aussehen. Ansonsten sind die mit dem Blitz aufgehellten Farben meist weniger grell als beim iPhone 5, doch mitunter werden die Blitz-Fotos tendenziell ein bisschen zu dunkel.

Weiter haben wir natürlich die neue Serienbilderfunktion Burst Mode getestet. Damit werden pro Sekunde zehn Bilder aufgenommen, solange man den Auslöser (Plus-Taste für die Lautstärke) drückt. Danach kann man das gelungenste Bild auswählen, das sogleich im Bilderordner gespeichert wird. Dieser Ablauf funktioniert gut und die Fotos lassen sich mit geringem aufwand auswählen. Burst Mode ist eine praktische Neuerung, um bei einem Schnappschuss den richtigen Augenblick nicht zu verpassen.

5C: Alles so schön bunt hier

Das erste bunte iPhone 5C sieht mit seinem Kunststoff-Cover zwar auf den ersten Blick etwas billig aus, ist aber mit einem Preis von 599 Euro (rund 735 Franken) für die 16-GB-Version nicht günstig. (Die offiziellen Schweizer Preise sind noch nicht bekannt). Im Gebrauch mach das Plastik-iPhone denn auch ganz und gar keinen minderwertigen Eindruck: Da kommt kein Plastik-Geknirsche auf, die Verarbeitung ist sehr gut und das Retina-Display (wo bei so manchem günstigen Smartphone gespart wird) ist so gut wie beim iPhone 5. Die Gehäusekanten des 5C sind leicht abgerundet, zudem ist das 5C ein wenig dicker als das iPhone 5 beziehungsweise das 5S. Es arbeitet wie das iPhone 5 mit dem A6-Prozessor und ist mit 132 Gramm 20 Gramm schwerer als das iPhone 5S. Der Akku ist nach einem intensiven Tag jeweils nicht leer und scheint länger durchzuhalten als beim iPhone 5.

Insgesamt bietet das 5C alles und sogar mehr, was ein durchschnittlicher Smartphone-Benutzer braucht. Wer ein neues iPhone kaufen will, dabei Geld sparen und etwas Farbe haben möchte, dabei aber auf den Fingerprint-Sensor und die bessere Kamera verzichten kann, wählt mit gutem Gewissen das 5C. Für Besitzer eines funktionierenden iPhone 5 gibt es aber kaum zwingende Gründe, auf 5S oder 5C zu wechseln. Das iPhone 5C gibt es in Blau, Grün, Pink, Gelb und Weiss.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

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