Aktualisiert 11.02.2012 19:53

Roger Federer«Es ging alles etwas in die Hose»

Nach drei Partien steht die Schweiz in der Davis-Cup-Begegnung gegen die USA bereits als Verliererin fest. Roger Federer erklärt, dass der Wurm drin war, hadert aber nicht mit dem Schicksal.

von
mon/fbu

«Die anderen waren übers ganze Wochenende gesehen besser und deshalb muss ich das akzeptieren», zieht Roger Federer nach dem verlorenen Doppel vom Samstag nüchtern Bilanz. Nach der Partie fügte die Schweizer Nummer 1 hinzu: «Es tut mir einfach ein bisschen leid für das Publikum. »

Schnell kam die Frage an das Schweizer Team auf, ob die Platzwahl vielleicht nicht die richtige Entscheidung gewesen sei. Federer betont: «Es waren harte Bedingungen da. Wir haben nicht das Glück, dass unser Land sechs Stunden Zeitzonen hat und deshalb müssen wir in der Halle spielen.» In der Schweiz könne man fast nur die Halle als Spielort auswählen. Trotzdem ist der Maestro gerne in Fribourg angetreten. «Ich habe eine sehr gute Zeit gehabt hier in Fribourg, die Stimmung war super. Leider haben am Ende einfach die Resultate nicht gestimmt.»

Kaum etwas hat geklappt

Doch mit dem Schicksal hadern will Federer nicht. «Die anderen haben auch gut gespielt. Gestern hätten wir etwas mehr herausholen können, heute auch wieder. Es wollte einfach nicht sein. Wir hatten etwas Mühe das Wochenende.»

Die Amerikaner seien alles gute Aufschläger. «Alle vier Spieler sind grösser als wir und haben deshalb einen Vorteil.» Besonders wenn die Bälle durch den erhöhten Platz verspringen. «Es ist leider alles ein wenig in die Hosen gegangen, aber das macht nichts. Ich bin trotzdem stolz aufs Team», sagt Federer.

«Wir hatten eine gute Woche. Wir haben ein tolles Team und es macht mir Spass. Jetzt hoffe ich, dass wir morgen noch etwas herausholen können. Am Sonntag wenigstens ein paar gute Matchs spielen und dann schauen wir, wies im September weitergeht.» Er wolle dann sicher dabei sein, man müsse allerdings zuerst schauen, wie das Jahr bis dahin verlaufe.

Roger Federer zu seiner Davis-Cup-Planung. (Quelle: 20 Minuten Online)

«Er hatte gestern den besten Tag seines Lebens!»

Des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud. Die Amerikaner konnten nach dem Sieg im Doppel bereits den Einzug in die nächste Davis-Cup-Runde feiern. «Es ist ein grossartiges Gefühl. Es ist einer der besseren Momente in meiner Karriere», gab Mike Bryan unmittelbar nach dem Spiel zu Protokoll. Seinem Doppelpartner Mardy Fish wand er ein Kränzchen: «Er spielte unglaublich, gestern und heute.» Auch Fish war überglücklich. «Es ist ein grossartiger Sieg für uns. Normalerweise gewinnen wir nicht so einfach auf Sand. Vorallem nicht gegen zwei so grossartige Spieler.» Doch den Grundstein des Erfolgs sieht der Amerikaner nicht im Doppel. «Der grosse Typ da drüben war es», sagt Fish und zeigt auf 2,06m-Mann John Isner. «Er zeigte gestern (gegen Roger Federer, Anm. d. Red.) das beste Match, das er je gespielt hat - und zwar um Meilen. Es war der grösste Sieg seiner Karriere. Er hatte gestern den besten Tag seines Lebens!»

Auch der Teamchef der Amerikaner zeigte sich in der Folge des Doppels hochzufrieden. Aber er betont, dass es nicht einfach gewesen sei. «Das 3:0 sieht locker aus, so war es aber nicht. Die Partien hätten auch anders verlaufen können. Wir hatten im Doppel den Vorteil, dass der Druck auf unseren Gegnern lastete.»

Der US-Teamchef Jim Courier zum Doppel. (Quelle: 20 Minuten Online)

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