18.09.2020 20:39

Post schlägt Alarm«Es grassiert eine Phishing-Welle»

Zurzeit sind im Namen der Post besonders viele Fake-E-Mails im Umlauf. Die Betrüger werden immer cleverer, warnt die Post. Auch Leserreporterin R. A. wäre fast auf die Masche reingefallen.

von
Michelle Muff
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Im Namen der Post sind aktuell viele betrügerische E-Mails im Umlauf. Leserreporterin R. A. ist dabei fast auf die Masche reingefallen. 

Im Namen der Post sind aktuell viele betrügerische E-Mails im Umlauf. Leserreporterin R. A. ist dabei fast auf die Masche reingefallen.

Leserreporter
«Ich habe bei einem My-Post-24-Automaten ein Paket abgegeben. Wenige Stunden später erhielt ich eine E-Mail mit dem Logo der Post, mit der Aufforderung, 1.10 Franken für die Versandkosten zu bezahlen», so A.

«Ich habe bei einem My-Post-24-Automaten ein Paket abgegeben. Wenige Stunden später erhielt ich eine E-Mail mit dem Logo der Post, mit der Aufforderung, 1.10 Franken für die Versandkosten zu bezahlen», so A.

Leserreporter
Die E-Mail habe «täuschend echt» ausgesehen: «Erst als ich die Sendungsnummern verglichen habe, habe ich gemerkt, dass es sich um eine Phishing-Mail handelt.»

Die E-Mail habe «täuschend echt» ausgesehen: «Erst als ich die Sendungsnummern verglichen habe, habe ich gemerkt, dass es sich um eine Phishing-Mail handelt.»

KEYSTONE

Darum gehts

  • Internet-Betrüger haben es aktuell vermehrt auf Postkunden abgesehen.
  • Die Post warnt vor der «Phishing-Welle».
  • Auch Leserreporterin R. A. wäre fast auf die Masche reingefallen.
  • Die Betrüger werden laut der Post immer cleverer.

Leserreporterin R. A. wurde am Donnerstag nach der Aufgabe eines Pakets bei einem My-Post-24-Automaten beinahe Opfer von Internetbetrügern. «Als ich das Paket in Zürich aufgegeben hatte, liess ich mir die Quittung an meine E-Mail-Adresse senden, die ich im Automaten eintippte.» Kurz darauf erhielt sie den Beleg.

Kurios: Zwei Stunden später erhält sie nochmals eine E-Mail – wieder ist sie mit dem Logo der Post versehen. «Darin wurde ich aufgefordert, 1.10 Franken zu zahlen, um den Versand meines Pakets zu bestätigen.» Zuerst habe sie sich nichts dabei gedacht: «Ich fand es zwar merkwürdig, doch im ersten Moment dachte ich, dass die Mail tatsächlich von der Post kommt.»

«Wurden meine Daten beim Automaten abgezwackt?»

Das Layout, die angegebene Adresse sowie das Logo hätten gepasst. Dass etwas nicht stimmen konnte, bemerkte sie erst, als sie die Sendungsnummern verglich: «Die Nummer war eine andere als diejenige, die ich auf der Quittung erhalten hatte. Auch die E-Mail-Domain war anders als zuvor. Da begriff ich, dass es sich um eine Phishing-Mail handelt.»

A. hat wegen des Vorfalls ein ungutes Gefühl. «Ich frage mich, woher die meine E-Mail-Adresse haben. Wurden meine Daten beim Automaten abgezwackt?» Doch nicht nur der mögliche Datenklau besorgt sie: «Es beunruhigt mich, wie echt die Mail aussieht. Auch wenn es sich in meinem Fall nicht um einen hohen Geldbetrag handelte – die Masche ist wirklich sehr ausgeklügelt und auf den ersten Blick nicht erkennbar. Wie viele Menschen sind wohl schon darauf reingefallen?»

Die Betrüger werden cleverer

Auf Anfrage von 20 Minuten dementiert Erich Goetschi, Mediensprecher der Post, dass es sich bei dem besagten Fall um ein Datenleck handelt: «Wir haben keinerlei Hinweise, dass Kundendaten abgezogen worden sind.» Dass A. die Phishing-Mail kurz nach Aufgabe eines Pakets erhalten hat, sei «Zufall».

Jedoch bestätigt er, dass bei der Post aktuell «eine Phishing-Welle grassiere»: «Die Betrüger werden dabei cleverer: Im Zuge des boomenden Onlinehandels wissen sie sehr wohl, dass viele Leute im Internet bestellen und auf Pakete warten – und spekulieren damit, dass jemand aus Neugier tatsächlich auf den Link klickt und die Kreditkarte zückt.»

Goetschi betont, dass die Post ihre Kundinnen und Kunden «grundsätzlich nie per Telefon oder Mail fragt, persönliche Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummern zu übermitteln». Falls einem ein Anruf oder eine Nachricht verdächtig erscheint, rät die Post dazu, sich an den Kundendienst zu wenden. Auf der Website findet man ausserdem Hinweise, was man bei einem Verdacht auf Betrug unternehmen kann.

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326 Kommentare
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number13

19.09.2020, 20:27

Ich verstehe das Problem nicht. Es ist doch ganz einfach zu erkennen, dass diese alle falsch sind. Erstens stimmen weder die Domain noch die Links und der Absender ist jedes Mal ein anderer. Ausserdem habe ich diese in der letzten Woche jeden Tag mehrmals erhalten, obschon ich nichts erwartet/bestellt/aufgegeben hatte. Nur ein halbes mal nachdenken und man kommt schnell darauf, dass es fake ist

Sehr Verdächtig

19.09.2020, 16:15

Schon sehr Verdächtig. Erwarte noch eine Sendung von Deutschland. Gestern genau diese E-Mail erhalten, da es merkwürdig war, habe ich absender kontrolliert und festgestellt das es doch nicht von der Post AG ist. Habe die Mail natürlich sofort gelöscht. Heute wurde das Packet geliefert. Schon sehr merkwürdig, als würde jemand von der Grenzkontrolle oder so dahinter stecken.

Ofra

19.09.2020, 14:34

Nicht nur die Post, sondern auch die Swisscom „verschickt“ in letzter Zeit solche Dinger. Ich hätte 16.49 an die Swisscom überweisen sollen. Da ich aber meine Abokosten per eBill zahle, habe ich diese Mail getrost dem Abfallkübel überlassen