Mysteriöser Schuss – «Es handelt sich um ein Geschoss, das auch bei der Armee eingesetzt wird»

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Mysteriöser Schuss«Es handelt sich um ein Geschoss, das auch bei der Armee eingesetzt wird»

Auch eine Woche nach der mysteriösen Schussabgabe in Frauenfeld sind noch sehr viele Fragen offen. Klar ist: Die verwendete Munition kommt auch bei der Armee zum Einsatz.

von
Jeremias Büchel
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In Frauenfeld TG ging ein Mann vergangenen Donnerstag wegen Schmerzen im Unterkörper zum Arzt.

In Frauenfeld TG ging ein Mann vergangenen Donnerstag wegen Schmerzen im Unterkörper zum Arzt.

20Min/jeb
Bei der ärztlichen Untersuchung sei daraufhin eine Schussverletzung festgestellt worden, wie die Kantonspolizei Thurgau schreibt.

Bei der ärztlichen Untersuchung sei daraufhin eine Schussverletzung festgestellt worden, wie die Kantonspolizei Thurgau schreibt.

Kantonspolizei Thurgau
Der Mann befand sich bei einer Liegenschaft an der Scheuchenstrasse, als die Schmerzen einsetzten.

Der Mann befand sich bei einer Liegenschaft an der Scheuchenstrasse, als die Schmerzen einsetzten.

20Min/jeb

Darum gehts

  • Am Donnerstag vor einer Woche spürte ein 38-Jähriger in Frauenfeld plötzlich Schmerzen und suchte darauf einen Arzt auf. 

  • Dabei wurde eine Schussverletzung festgestellt. 

  • Woher der Schuss kam, ist nach wie vor rätselhaft.

  • Die Ermittlungen werden nun durch die Militärjustiz geführt. 

  • Das Geschoss könnte von der Armee abgefeuert worden sein. 

Am Donnerstagnachmittag letzter Woche hielt sich ein 38-Jähriger mit seinen beiden Kindern und einem Bekannten bei der Scheuchenstrasse 42 in Frauenfeld auf, als er plötzlich starken Schmerz im Unterkörper verspürte, wie die Kantonspolizei Thurgau am Freitag mitteilte. Nach ärztlicher Untersuchung wurde eine Schussverletzung festgestellt und der Mann ins Spital gebracht. Woher der Schuss kam, ist nach wie vor unklar. 

Immerhin wird nun bekannt, dass die verwendete Munition aus einer Armeewaffe stammen könnte. «Es handelt sich um ein Geschoss, das auch bei der Armee eingesetzt wird», sagt Florian Menzi, Sprecher der Militärjustiz, zu 20 Minuten. Die Munition werde jedoch nicht ausschliesslich vom Militär verwendet. Dennoch seien nun die Ermittlungen von den Thurgauer Strafverfolgern an die Militärjustiz übergegangen. «Ein militärischer Untersuchungsrichter hat heute seine Arbeit zu diesem Fall aufgenommen», sagt Menzi. Ein militärischer Untersuchungsrichter habe bei der Militärjustiz eine ähnliche Funktion wie ein ziviler Staatsanwalt. «Wir stehen derzeit erst am Anfang der Abklärungen», heisst es weiter. Aus was für einer Waffe der Schuss abgegeben wurde, ist noch nicht bekannt. Untersucht wird zudem, ob der Schuss allenfalls von einem Schiessplatz aus der Umgebung abgegeben wurde, auf welchen auch die Armee Schiessübungen durchführt, wie etwa dem Schiesssportzentrum Schollenholz, das in der Nähe der Einschussstelle liegt. «Befragungen diesbezüglich werden demnächst stattfinden», sagt Menzi. Die Ermittlungen würden nun einige Zeit in Anspruch nehmen, da es noch viele Unklarheiten gibt. 

«Mein Mann wars nicht»

Zum verletzten Mann (38) gibt es keine Neuigkeiten. Direkt im Mehrfamilienhaus an der Scheuchenstrasse 42 scheint der angeschossene Mann nicht gewohnt zu haben. «Der einzige 38-Jährige, der in diesem Haus wohnt, ist mein Mann», sagte eine Anwohnerin zu 20 Minuten. Und wenn dieser angeschossen worden wäre, würde sie das selbstverständlich wissen. Vor Ort hatte niemand etwas mitbekommen – kein Wunder, der Getroffene hatte selbst keinen Schuss wahrgenommen. 

Martin Eerhard, Waffenexperte und CEO der Swiss Shooting Group, sagte am Freitag zu 20 Minuten, dass er einen Schuss aus einem Luftgewehr oder ein Schuss aus grosser Distanz aus einer Kleinkaliberwaffe für am plausibelsten halte. Dass der Schuss aus einem Sturmgewehr oder einer Grosskaliberwaffe stammen könnte, hält der Experte für unwahrscheinlich. «Projektile grossen Kalibers sind extrem schnell und haben verheerende Auswirkungen auf den Körper.»

Der Fall bleibt weiterhin mysteriös.  

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