Entlassung von Laporte: «Es hat eine Hetzjagd gegeben»
Aktualisiert

Entlassung von Laporte«Es hat eine Hetzjagd gegeben»

Ambris Manager Jean-Jacques Aeschlimann sagt im Interview mit 20 Minuten Online, warum Trainer Benoit Laporte gehen muss.

von
Klaus Zaugg
Benoit Laporte - 5 Punkte in 12 Spielen waren nicht genug. Der Ambri-Trainer wurde entlassen.

Benoit Laporte - 5 Punkte in 12 Spielen waren nicht genug. Der Ambri-Trainer wurde entlassen.

20 Minuten Online: Wann haben Sie gespürt, dass die Zeit von Benoit Laporte zu Ende geht?

Jean-Jacques Aeschlimann: Erst seit wir nach dem letzten Spiel die ganze Situation analysiert haben.

Ist das nicht geheuchelt? Sie haben in über 1000 NLA-Partien unter anderem in Lugano diese oder jene Trainernetlassung mitgemacht. Sie müssen doch seit längerer Zeit gemerkt haben, dass es nicht geht?

Ich habe wirklich bis zuletzt daran geglaubt, dass Laporte der richtige Trainer ist und wir sind bis zum Zeitpunkt seiner Entlassung alle hinter ihm gestanden.

War der Entscheid des Verwaltungsrates, Laporte zu entlassen, knapp oder einstimmig?

Einstimmig. Bei uns sind Entscheide meistens einstimmig.

Hat das mit der Autorität von Präsident Filippo Lombardi zu tun?

Nein. Der Verwaltungsrat funktioniert demokratisch und arbeitet eng mit dem Management zusammen.

Dann kann Filippo Lombardi seine Kollegen gut überzeugen.

(Lacht) Ja, wahrscheinlich.

Warum ist Benoit Laporte gescheitert?

An Umständen, die er nicht herbeigeführt hat und die er nicht beeinflussen konnte. Er ist ein Opfer der Situation.

Welches sind ganz konkret diese Umstände?

Es sind verschiedene Faktoren wie die Verletzung von Schlüsselspielern. Bei unserem Kader wiegt der Ausfall eines wichtigen Spielers noch schwerer. Diese Ausfälle haben den Trainer immer wieder zu Umstellungen gezwungen und diese Wechsel haben der Chemie in der Mannschaft auch nicht gut getan.

Laportes Nachfolger wird unter den gleichen Umständen arbeiten müssen. Was nützt der Trainerwechsel?

Ein Trainerwechsel löst immer so etwas wie einen Schock aus.

Es hat im Umfeld ja zuletzt leidenschaftliche Anhänger und Gegner des Trainers gegeben. Die Anhänger Ambris waren sozusagen in «Laportisten» und «Antilaportianer» gespalten und der ehemalige Sportchef Peter Jaks hat die Polemik befeuert. Hat das eine Rolle gespielt?

Es hat zuletzt auf den Trainer eine Hetzjagd gegeben. Auch wenn wir nicht auf Druck von aussen den Trainer entlassen haben - ja, diese Polemik hat eine Rolle gespielt. So etwas geht einfach nicht spurlos an der Führung und an den Spielern vorbei.

Benoit Laporte ist als Trainer abgesetzt. Bleibt er Sportchef?

Vorerst ist er noch Sportchef. Wir werden in den nächsten Tagen die Führung neu besetzen. Die Rolle des Sportchefs können wir erst definieren, wenn wir den neuen Trainer haben.

Kehrt Peter Jaks als Sportchef zurück?

Nein.

Können wir das ausschliessen?

Ja.

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