05.12.2018 15:50

Reaktionen der Siegerinnen

«Es hat mich sehr berührt»

Bei Karin Keller-Sutter ist die Erleichterung nach der Wahl gross: Alle hatten riesige Erwartungen. Nun fühle sie die Last der Verantwortung.

von
daw

Karin Keller-Sutter fällt ein Stein vom Herzen. (Video: 20 Minuten)

154 Stimmen im ersten Wahlgang – Karin Keller-Sutter (FDP) wurde am Mittwochmorgen mit einem Glanzresultat in die Landesregierung gewählt. Trotz ihrer Favoritenrolle war sie bei der Annahme der Wahl sichtlich bewegt.

Den Moment schildert sie im Video oben mit den Worten: «Es hat mich sehr berührt.» Auch wenn man sich vorbereiten könne, werde einem so richtig bewusst, was das Amt bedeute: «Man spürt die Verantwortung, die auf einen zukommt. Ich habe mich so gefühlt, weil ich mit einem Auge die Familie sah, die St. Galler Regierung, die auf der Tribüne sassen. Alle hatten so hohe Erwartungen.» Diese habe sie nicht enttäuschen wollen.

«Die Chemie zwischen Amherd und mir hat gleich gestimmt»

Zur Frauenfrage sagte die frisch gewählte Bundesrätin, es sei gut, dass nun drei Frauen aus unterschiedlichen politischen Lagern – von links bis mitte-rechts – im Bundesrat vertreten seien. Es gebe bei den Frauen unterschiedliche Biografien und Motivationen, warum sie sich engagierten. Diese Meinungen würden nun abgebildet.

Gut verstehe sie sich mit Viola Amherd (CVP), die den Sprung in die Regierung ebenso souverän geschafft hatte: Es gebe Leute, zu denen man gleich den Zugang finde. Sie habe Amherd nicht so gut gekannt, da sie auch nicht in der gleichen Kammer politisierten. Aber: «Die Chemie hat gleich gestimmt.» Schonzeit habe sie nun keine mehr, auch wenn sie erst im Dezember den Schlüssel von ihrem Vorgänger erhält. «Mir wird ein Büro eingerichtet. Bereits morgen habe ich erste Termine», sagte sie voller Tatendrang.

«Gemütlicher wird es nicht mehr»

Einen gelösten Eindruck machte auch Viola Amherd, die nach der Wahl unter anderem von ihrer Nichte, ihrer Cousine und der Walliser Regierung gefeiert wurde. Amherd versprach im Video-Interview, Politik für das ganze Land machen zu wollen. Es sei aber gut, dass mit dem Wallis nun auch die Berggebiete wieder vertreten seien.

Interview mit Viola Amherd

Video: 20 Minuten

(Video: 20 Minuten)

Ob sie auch Politik für Singles mache? Es gebe verschiedene Lebensentwürfe, Regionen und Sprachen in unserem Land. Sie wolle für alle da sein und nicht nur für einzelne Gruppen. Dass nun wieder drei Frauen in der Regierung sind, begrüsst sie: «Für mich ist Gleichstellung dann erreicht, wenn selbstverständlich ist, dass Frauen in solche Positionen gewählt werden können.»

Sie sei froh, dass mit der Wahl eine anstrengende Zeit zu Ende gehe. «Gemütlicher wirds aber in Zukunft sicher nicht mehr», sagte sie lachend. In welchem Departement sie am liebsten wirken würde, verriet sie natürlich nicht. «Ich freue mich auf die Diskussion und gehe davon aus, dass man im Kollegium eine Lösung findet, mit der alle Leben können.»

Gefasst reagierte die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen auf ihre Niederlage. Sie habe viel gelernt, sagte sie in der Wandelhalle (siehe Video unten).

Heidi Zgraggen nimmt Stellung

Video: 20Minuten

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