Hochhaus in Miami eingestürzt - «Es hat sich wie ein Tornado oder ein Erdbeben angefühlt»
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Hochhaus in Miami eingestürzt«Es hat sich wie ein Tornado oder ein Erdbeben angefühlt»

Es geschah mitten in der Nacht, die Menschen wurden im Schlaf überrascht: Nahe Miami Beach ist ein Hochhaus teilweise in sich zusammengestürzt – «wie Pancakes», sagen Augenzeugen. Wie konnte so etwas bloss passieren?

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Das Ausmass des Einsturzes bei Tageslicht. 

Das Ausmass des Einsturzes bei Tageslicht.

AFP
In Miami ist ein Hochhaus eingestürzt. Mindestens zehn Personen wurden vor Ort medizinisch betreut. 

In Miami ist ein Hochhaus eingestürzt. Mindestens zehn Personen wurden vor Ort medizinisch betreut.

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Die örtliche Polizei bittet darum, dass alle Bewohner des Hauses ein Formular ausfüllen, damit sie sich eine Übersicht über alle Mieter des Hauses machen können. 

Die örtliche Polizei bittet darum, dass alle Bewohner des Hauses ein Formular ausfüllen, damit sie sich eine Übersicht über alle Mieter des Hauses machen können.

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Darum gehts

  • In Miami ist ein zwölfstöckiger Wohnkomplex eingestürzt. Die Tragödie ereignete sich nachts um 1.20 Uhr Ortszeit.

  • Zeugen beschreiben das Unglück als tragisch, die Rettungskräfte fühlen sich an 09/11 erinnert.

  • Über 80 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Behörden melden ein erstes Todesopfer.

Nächtlicher Grosseinsatz im US-Sonnenstaat Florida: Beim Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses nahe Miami Beach ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern gehe weiter, teilte die Polizei am Donnerstag auf Twitter mit. Augenzeugen berichten:

«Ich kann es nicht in Worte fassen. Es sieht aus wie nach einem Bombeneinschlag, das Gebäude brach wie Pancakes in sich zusammen», berichtete ein Augenzeuge dem Sender NBC 6 South Florida. Dieser veröffentlichte auch ein Video, das zeigt, wie Feuerwehrleute einen Jungen aus den Trümmern des Gebäudes retten und auf eine Trage legen.

«Das Gebäude bebte, und als ich nach draussen schaute, konnte ich nichts sehen. Ich dachte es war ein Sturm. Doch als sich der Staub gelegt hatte, waren zwei Drittel des Hauses verschwunden», erzählte ein anderer dem Sender CBS 4 Miami. Auf Fotos und Videos waren die abgebrochene Fassade und Möbelstücke aus dem Haus zu sehen. Zwischen den Gebäuderesten und einem Pool: nur Staub und Trümmer.

Gebäude mit Sand vom Strand gebaut

Der Bürgermeister von Surfside, Charles Burkett, sagte, er jogge jeden Tag an dem Gebäude vorbei. Für Bauarbeiten an dem Haus sei ein Kran eingesetzt worden. Er zeigte sich fassungslos, in seinem Ort eine solche Tragödie zu erleben. «Es ist unwahrscheinlicher als ein Blitzschlag. Es passiert einfach nicht. Man sieht in Amerika keine Gebäude einstürzen», sagte er Reportern. Beim Sender CNN war die Rede davon, dass das Gebäude schon Hurrikans standgehalten habe. Warum also jetzt der Zusammensturz?

Ein weiterer Zeuge berichtet: «Es war das Verrückteste, das ich je in meinem Leben erlebt habe», ein anderer sagte: «Es hat sich wie ein Tornado oder ein Erdbeben angefühlt.» Ein Bewohner des Gebäudes, der entkommen konnte, beschreibt in einem Video auf Twitter, dass es zwei Erschütterungen gegeben habe: «Wir sahen nur Rauch und Staub.» Rettungskräfte sprechen über Funk davon, dass sie der Einsturz an 09/11 erinnert.

Der Deutsche Daniel Schütz (32) lebt in Miami und sagt zu «BILD», als er einst mit dem Fahrrad am Gebäude vorbeigefahren sei, habe ein Immobilien-Investor zu ihm gesagt, dass die Gebäude dringend restauriert werden müssten, so der 32-Jährige, «weil damals teilweise Sand in den Beton gemischt wurde und der nun stark instabil ist. Als die in den 1960er-Jahren gebaut haben und noch ‘ne Schippe Sand brauchten, sind die einfach an den Strand gegangen.»

Dank Fussballspiel nicht zuhause

Ein Fussballübertragung im Fernsehen hat Patricia Avilez in Florida womöglich das Leben gerettet. Ihr Schwager habe eine Wohnung in dem Teil des Hochhauses in Surfside bei Miami, das am frühen Donnerstagmorgen eingestürzt ist, erzählte Avilez. Sie sehe nach dem Rechten, wenn ihr Schwager nicht da sei, und habe dort am Mittwoch eigentlich übernachten wollen. Doch dann habe sie das Fussballspiel geschaut, es sich anders überlegt und sei zu Hause geblieben.

Am Donnerstagmorgen sei sie dann gleich zu der Wohnung und habe schon im Radio von diesem Einsturz gehört, bei dem mindestens ein Mensch getötet wurde. «Und dann kam ich hierher und es ist weg», sagte Avilez. «Das ist alles eine Katastrophe.»

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Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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(dpa/lea)

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