Aktualisiert 29.06.2016 19:59

Ex-Mister-Schweiz in Istanbul«Es hat überall Löcher in den Wänden»

Ex-Mister-Schweiz Claudio Minder (35) hielt sich gestern in Istanbul auf. Um ein Haar wäre er zum Zeitpunkt des Attentats am Flughafen gewesen.

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Er soll nach Angaben des US-Abgeordneten Michael McCaul hinter dem Terroranschlag stecken: Achmed Tschatajew gibt nach seiner Haftentlassung in Georgien 2012 ein Interview. (Screenshot RegTV/Youtube)

Er soll nach Angaben des US-Abgeordneten Michael McCaul hinter dem Terroranschlag stecken: Achmed Tschatajew gibt nach seiner Haftentlassung in Georgien 2012 ein Interview. (Screenshot RegTV/Youtube)

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Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)

Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)

Keystone/EPA/Sedat Suna
Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)

Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)

Keystone

Als sich gestern am Flughafen in Istanbul drei Selbstmordattentäter in die Luft jagten, war Claudio Minder nur ein paar Kilometer entfernt im Restaurant des Hotels Marriott. Minder, geschäftlich in Istanbul unterwegs, hätte aber eigentlich am Flughafen sein sollen.

Weil die Sitzung zu lange gedauert hatte, verschob der Mister Schweiz von 2000 seinen Flug kurzfristig. «Ich wollte eigentlich den früheren Flug nehmen, wäre zum Zeitpunkt der Anschläge wohl im Gate-Bereich gewesen», sagt er. «Da hat jemand seine schützende Hand über mich gehalten.»

«Überall hat es Sicherheitskräfte»

Rund um den Flughafen hätten Sicherheitskräfte alles abgeriegelt, sagt Minder. «Da ging nichts mehr. Sie haben alle Autos untersucht, haben mit Spiegeln die Unterseite geprüft.» Die Flüge waren storniert – er musste eine Nacht in Istanbul anhängen. Am Mittwochmittag konnte er aber bereits zurück nach Zürich fliegen und war erstaunt, als er den Flughafen betrat.

Von aussen merke man kaum, dass dort vor wenigen Stunden ein Terroranschlag geschehen sei. «Sie haben alles abgesperrt und überdeckt. Drinnen sieht man dann aber schon die Löcher im Boden und in der Decke. Sie zeugen von der gewaltigen Wucht der Bomben.» Aber es herrsche beinahe wieder «Business as usual» – mit dem Unterschied, dass es von Sicherheitskräften nur so wimmle.

«Kriegt nicht alles mit»

Minder, der Joya-Gesundheitsschuhe herstellt, lässt einen Teil davon in der Türkei produzieren und hat keine andere Wahl, als ein- bis zweimal pro Monat dorthin zu fliegen. «Ich war auch schon dort, als es das letzte Mal Anschläge gegeben hat. Das ist so eine riesige Stadt, manchmal kriegt man das gar nicht mit.»

Sicherheit gebe ihm, dass die Wahrscheinlichkeit, getroffen zu werden, äusserst gering sei. «Ich glaube, meine Frau hat mehr Angst um mich.»

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